OPNsense vs. pfSense - Im Vergleich

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OPNsense und pfSense im Vergleich
OPNsense und pfSense im Vergleich

OPNsense und pfSense sind zwei der erfolgreichsten Open-Source-Firewalls für Netzwerksicherheit. Dieser Artikel vergleicht beide Lösungen und stellt ihre technischen Unterschiede auf dem aktuellen Stand gegenüber.

Im IT-Security-Markt ist die Bereitschaft auch bei mittleren und größeren Firmen gestiegen, Open-Source-Technologien zu vertrauen – immer mehr Unternehmen setzen auf OPNsense und pfSense. Offener Quellcode schließt Backdoors praktisch aus und stellt im Hinblick auf die DSGVO eine echte europäische Alternative zu vielen kommerziellen Anbietern dar. Ohne Lizenzkosten und mit geringem Mitteleinsatz lassen sich Unternehmenssicherheit und Compliance deutlich steigern – etwa durch gesicherte VPN-Verbindungen aus dem Home-Office in die Firma.

OPNsense ist eine 2015 entstandene Abspaltung (Fork) von pfSense und gewinnt seither kontinuierlich an Beliebtheit – dank sehr offener Entwicklung und der Möglichkeit, die strategische Ausrichtung mitzugestalten. Es wird von Deciso B.V. (Niederlande) betreut.

Zwei pfSense-Editionen

Seit einigen Jahren teilt sich pfSense in zwei Editionen auf – ein wichtiger Unterschied zu OPNsense, das als eine offene Edition erscheint:

  • pfSense Community Edition (CE) – frei und quelloffen unter Apache 2.0, mit langsamerer, jährlicher Release-Kadenz.
  • pfSense Plus – die von Netgate gepflegte Hauptvariante mit dem Großteil der Weiterentwicklung; für die Nutzung auf eigener Hardware im Heim-/Laborumfeld nach Registrierung kostenlos, kommerziell über Netgate-Appliances und -Support.

Technische Unterschiede

Merkmal OPNsense 26.7 „Xenial Xenops“ pfSense CE 2.9.0 / Plus 26.07
Betriebssystem FreeBSD 15.1-RELEASE CE 2.9.0: FreeBSD 16-CURRENT · Plus 26.07: Netgate-FreeBSD-Build
Lizenz BSD 2-Clause – vollständig offen, kommerzieller Vertrieb erlaubt CE: Apache 2.0 · Plus: proprietär (Heim-/Labornutzung nach Registrierung kostenlos)
Hersteller Deciso B.V. (Niederlande) Netgate (USA)
Editionen Eine offene Edition (zzgl. kommerzieller Business-Edition mit verlängertem Support) Zwei getrennte Editionen: Community Edition und pfSense Plus
Installer / Dateisystem UFS, ZFS UFS, ZFS
Prozessor 64-Bit (amd64), ARM64 (u. a. Deciso-Hardware) 64-Bit (amd64), ARM auf Netgate-Appliances
REST-API Ja – umfangreich, deckt nahezu alle Plugins und viele Core-Funktionen ab Plus: offizielle REST-API (seit 24.03) · CE: über Community-Paket
IDS/IPS Suricata 8, nativer Inline-Mode, sehr gute Performance Snort 3 (in Plus 26.07 mit Multithreading und neuer GUI) · Suricata als Paket, Inline via netmap
VPN WireGuard (Kernel-Modul, nativ), OpenVPN, IPsec (strongSwan), OpenConnect WireGuard (Kernel-Modul, nativ), OpenVPN, IPsec (strongSwan 6)
Traffic Shaping Moderne FreeBSD-Shaper inkl. CoDel / FQ-CoDel ALTQ (klassisch) sowie CoDel / FQ-CoDel (seit 2.4.4)
DHCP / DNS ISC, Dnsmasq oder Kea wählbar; Unbound-Resolver Kea DHCP (löst ISC DHCP ab); Unbound-Resolver
2-Faktor-Authentifizierung Nativ per TOTP (RFC 6238), auch LDAP + TOTP TOTP / RADIUS, stärker an externe Verzeichnisdienste gekoppelt
DPI / Next-Gen-Filter Zenarmor (ehem. Sensei) – Deep Packet Inspection und Anwendungskontrolle Zenarmor verfügbar · Plus (Netgate Nexus): ThreatGate, CoreDNS mit rexdns
Reporting Sehr umfangreich inkl. NetFlow/Insight; mit Zenarmor noch detaillierter Grafische Basis-Auswertungen, mit Zenarmor erweiterbar
Plugin-Beispiele (Auswahl) Rspamd, HAProxy, Nginx + WAF, Tor, ZeroTier, Prometheus-Exporter, WireGuard, Netdata, Chrony, CrowdSec, Maltrail pfBlockerNG, Snort, HAProxy, ntopng, ACME, Zabbix-Agent, WireGuard
Kommerzielle Erweiterungen Zenarmor sowie m.a.x. it Professional Plugins (u. a. zentrales Management, Filebeat) pfSense Plus, Netgate-Appliances und TAC-Support
Eigenkontrolle Integriertes Security- und Health-Audit Integrierte Diagnose- und Statuswerkzeuge

Beide Projekte werden stetig weiterentwickelt und erhalten laufend neue Features. Diese Gegenüberstellung bildet den Stand von September 2026 ab (OPNsense 26.7.4, pfSense CE 2.9.0, pfSense Plus 26.07).

Fazit

Beide Firewalls sind technisch ausgereift und für den Unternehmenseinsatz geeignet. OPNsense punktet mit durchgängig offener Entwicklung, einer umfassenden REST-API, nativem Suricata-Inline-IPS und einer einzigen, klar quelloffenen Edition. pfSense ist über pfSense Plus eng mit den Netgate-Appliances verzahnt und bietet dort exklusive Zusatzfunktionen, während die frei nutzbare Community Edition langsamer weiterentwickelt wird. Die Wahl hängt daher stark von Hardware-Strategie, gewünschter Offenheit und Support-Modell ab.

Unterstützung von m.a.x. it

m.a.x. it ist OPNsense-Gold-Partner und begleitet Sie von der Auswahl über die Einführung bis zum Betrieb – siehe OPNsense-Firewall-Services von m.a.x. it.

Siehe auch

Links und Quellen


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