UniFi: DNS-Einträge und lokale Hostnamen

Aus maxTechCorner
(Weitergeleitet von UniFi Forward Domain)

Auf einen Blick

Gilt fürUniFi Cloud Gateways und UniFi-Gateways mit UniFi Network 9.3 bis 10.x
BereichNetzwerk-Hardware
Dauerca. 20–30 Minuten
RechteAdministrator in UniFi Network
StandOktober 2026

DNS-Einträge und lokale Hostnamen in UniFi machen interne Dienste über Namen statt IP-Adressen erreichbar – etwa drucker.intern.firma.de oder nas.intern.firma.de – und sorgen dafür, dass Anfragen an eine Active-Directory-Domäne beim Domänencontroller landen. Das UniFi-Gateway arbeitet dafür als DNS-Server für die Clients und kann eigene Einträge (A, AAAA, CNAME, MX, TXT, SRV) sowie Weiterleitungen für ganze Domänen verwalten. Dieser Artikel zeigt die Einträge, lokale Hostnamen per Klick, die Einbindung eines eigenen DNS-Servers und das Zusammenspiel mit dem Inhaltsfilter.

DNS in UniFi: Clients fragen das Gateway; es beantwortet eigene Einträge (A, AAAA, CNAME, MX, TXT, SRV) und lokale Hostnamen aus festen Client-Adressen selbst, leitet Anfragen für die AD-Domäne per Forward Domain an den Domänencontroller und alle übrigen an die Upstream-DNS-Server wie 1.1.1.1 weiter. Alternativ verteilt DHCP direkt den internen DNS-Server.

Zwei Grundmodelle

Modell Clients fragen geeignet für
Gateway als DNS-Server (Standard) das UniFi-Gateway; es beantwortet eigene Einträge und leitet den Rest weiter Netze ohne eigenen DNS-Server, Gäste, IoT; Voraussetzung für Inhaltsfilter und Regeln nach Domäne
Eigener DNS-Server (z. B. Domänencontroller) den internen Server, per DHCP verteilt Windows-Domänen, in denen Clients die AD-Zonen direkt brauchen

Mischformen sind üblich: Client-Netz mit dem Domänencontroller als DNS, Gäste und IoT mit dem Gateway; oder überall das Gateway mit einer Weiterleitung der AD-Domäne.

Schritt 1: Upstream-DNS des Gateways

Das Gateway nutzt ab Werk die DNS-Server des Providers. Unter Settings › Internet › WAN › DNS Server können feste Server eingetragen werden, z. B. 1.1.1.1 und 9.9.9.9. Ubiquiti rät davon ab, hier interne DNS-Server einzutragen: Sie lösen die für Updates und Fernzugriff nötigen ui.com-Namen eventuell nicht auf. UDP 53 darf nicht blockiert sein.

Schritt 2: Eigene DNS-Einträge

Settings › Policy Table › Create New Policy › DNS (Network 9.3: Settings › Policy Engine › DNS):

Typ Zweck Beispiel
Host (A) Name → IPv4-Adresse nas.intern.firma.de → 10.10.30.20
Host (AAAA) Name → IPv6-Adresse –
Alias (CNAME) Name → anderer Name intranet.intern.firma.de → web01.intern.firma.de
Mail (MX) Mailserver einer Domäne interne Testumgebungen
Text (TXT) Textwerte, z. B. SPF/DKIM interne Dienste mit TXT-Prüfung
Service (SRV) Dienstverweise, z. B. SIP, LDAP Telefonanlage
Forward Domain alle Anfragen einer Domäne an einen anderen DNS-Server firma.local → Domänencontroller 10.10.30.10

Optional lässt sich die TTL setzen. CNAME-Einträge setzen laut Ubiquiti UniFi OS 4.3 und Network 9.3 oder neuer voraus.

Interne Domäne wählen

Für interne Namen eine Domäne verwenden, die dem Unternehmen gehört (z. B. intern.firma.de) oder die für den internen Gebrauch reserviert ist (home.arpa). Endungen wie .local kollidieren mit mDNS (Bonjour), Fantasie-Endungen können später zu echten Top-Level-Domains werden.

Schritt 3: Lokale Hostnamen per Klick

Für Geräte, die ihre Adresse per DHCP bekommen:

  1. Client Devices › Gerät auswählen › Settings.
  2. Fixed IP Address aktivieren – das ist eine DHCP-Reservierung.
  3. Local DNS Record aktivieren und den Namen eintragen, z. B. drucker-eg.
  4. Apply Changes.

Das entspricht einem A-Eintrag. Er funktioniert nur für Clients, die das Gateway als DNS-Server nutzen. Für Geräte mit statisch konfigurierter Adresse außerhalb des DHCP-Bereichs besser einen eigenen A-Eintrag anlegen.

Schritt 4: Domänencontroller einbinden

Variante A: Weiterleitung am Gateway

Clients nutzen das Gateway; ein Eintrag Forward Domain für die AD-Domäne (z. B. firma.local, nur die Basisdomäne, keine SRV-Namen) zeigt auf den Domänencontroller. Alle Unterdomänen und SRV-Abfragen werden mit weitergeleitet. Vorteil: Inhaltsfilter und Regeln nach Domäne funktionieren weiter. Ist der DNS-Server nur über einen VPN-Client-Tunnel erreichbar, braucht das Gateway eine statische Route dorthin.

Variante B: Domänencontroller per DHCP

Settings › Networks › Netz › DNS Server: den automatischen Wert abschalten und die Adressen der Domänencontroller eintragen. Die Clients fragen dann direkt den DC, der für externe Namen an das Gateway oder öffentliche Server weiterleitet.

Mit Inhaltsfilter

Der Inhaltsfilter leitet DNS-Anfragen zum Gateway um. Bei Variante B scheitert dann die interne Namensauflösung, solange keine Forward-Domain-Regel für die AD-Domäne besteht; liegt der DC hinter einem policy-based IPsec-Tunnel, ist zusätzlich eine Source-NAT-Regel für Port 53 nötig – siehe UniFi: IDS/IPS und CyberSecure einrichten.

Split DNS für öffentliche Dienste

Ein Server, der von außen per Portweiterleitung erreichbar ist (z. B. portal.firma.de), sollte intern mit einem A-Eintrag direkt auf seine interne Adresse aufgelöst werden. So laufen interne Zugriffe nicht über die öffentliche IP und das Hairpin NAT, siehe UniFi: Portweiterleitung und NAT konfigurieren.

Kontrolle

nslookup nas.intern.firma.de
nslookup -type=SRV _ldap._tcp.dc._msdcs.firma.local
nslookup www.example.com
  • Der erste Befehl muss die interne Adresse liefern, der zweite die Domänencontroller, der dritte eine öffentliche Adresse.
  • Antwortet ein anderer Server als erwartet, die DNS-Einstellung des Clients (ipconfig /all) und den DHCP-Bereich des Netzes prüfen.
  • Lokale Hostnamen gelten nicht, wenn der Client einen eigenen DNS-Server oder verschlüsseltes DNS (DoH) nutzt.

Hinweise

Siehe auch

Links und Quellen


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