UniFi Protect: Export, Beweissicherung und Archivierung

Aus maxTechCorner
(Weitergeleitet von UniFi Protect Evidence)

Auf einen Blick

Gilt fürUniFi Protect 7.x (Echtheitsnachweis ab 7.2); sichtbare Wasserzeichen auf G6- und AI-Kameras
BereichIT-Security
Dauerca. 15–30 Minuten Einrichtung
RechteAdministrator in UniFi Protect
StandOktober 2026

Videos aus UniFi Protect exportieren und als Beweis sichern ist der Moment, in dem sich eine Videoüberwachung bewähren muss: Nach einem Einbruch, Unfall oder Vorfall braucht die Polizei, die Versicherung oder die Geschäftsleitung die relevanten Aufnahmen – vollständig, nachvollziehbar und nachweislich unverändert. Dieser Artikel zeigt den Export einzelner Clips, die Fallakte mit dem Case Manager, den kryptografischen Echtheitsnachweis, sichtbare Wasserzeichen und die Archivierung außerhalb des Rekorders.

Beweissicherung in UniFi Protect: Ereignis in Playback oder Find Anything finden, Clip exportieren oder in einen Fall im Case Manager übernehmen, beschreiben und als ZIP mit Videos und PDF-Zeitleiste herunterladen; jeder Clip ist mit SHA-256 signiert und auf evidence.ui.com prüfbar; sichtbare Wasserzeichen mit Datum, Uhrzeit und Kameraname; Off-Site-Archiv auf NAS, OneDrive, Google Drive oder Dropbox.

Vorbereitung: Zeit und Wasserzeichen

  • Uhrzeit: Konsole und Kameras brauchen eine korrekte Zeit (NTP). Aufnahmen mit falscher Zeit sind als Beweis wertlos.
  • Echtheitsnachweis aktivieren (ab Protect 7.2, ohne Lizenzkosten): Settings › Evidence Trust › Enroll in Evidence. Die Statuszeile zeigt Enrollment active since …. Ab dann wird jede heruntergeladene Aufnahme mit einem unsichtbaren, signierten Fingerabdruck versehen.
  • Sichtbare Wasserzeichen (G6- und AI-Kameras): unter Visible Watermark Datum und Uhrzeit, Kameraname, eigenes Logo oder Text einblenden. Für ältere Kameras gibt es einfache Wasserzeichen im Recording Manager.

Schritt 1: Ereignis finden

  • Playback: Zeitleiste einer oder mehrerer Kameras.
  • Find Anything: Suche nach Personen, Fahrzeugen, Kennzeichen, Geräuschen; mit AI Key auch in natürlicher Sprache.
  • Relevante Ereignisse sofort markieren (Flag), damit sie nicht durch die Aufbewahrungsregeln reduziert oder gelöscht werden.

Schritt 2: Clip exportieren

  • Web: in Playback oder Find Anything den Clip wählen › Download-Symbol.
  • App: Teilen-Symbol › Export clip.
  • Exportierte Dateien sind MP4-Videos. Dateiname darf geändert werden – der Echtheitsnachweis prüft nur den Inhalt.

Schritt 3: Fallakte mit dem Case Manager

Für Vorfälle mit mehreren Kameras oder Zeitpunkten:

  1. In Playback oder Find Anything Add to Case.
  2. Clip auf den relevanten Ausschnitt kürzen.
  3. Vorhandenen Fall wählen oder neuen anlegen; jeden Clip beschreiben (was ist zu sehen, warum relevant).
  4. Weitere Clips aus anderen Kameras hinzufügen – auch frühere Besuche derselben Person oder desselben Kennzeichens über die KI-Suche.
  5. Fall schließen: danach sind keine Änderungen mehr möglich – das sichert die Unveränderbarkeit.
  6. Download: ZIP-Datei mit allen Clips und einem PDF mit Zeitleiste, Beschreibungen und Notizen.

Clips in einem Fall bleiben auch über die normale Aufbewahrungsfrist hinaus erhalten. Fälle sind für alle Administratoren der Konsole sichtbar. Wird ein Fall gelöscht, verschwinden die Aufnahmen, sofern sie außerhalb der Aufbewahrungsfrist liegen.

Schritt 4: Echtheit nachweisen

  1. Empfänger (Polizei, Versicherung, Anwalt) oder man selbst lädt die MP4- oder ZIP-Datei auf evidence.ui.com hoch.
  2. Die Seite berechnet den SHA-256-Wert neu und vergleicht ihn mit dem signierten Fingerabdruck aus der Aufnahme.
  3. Ergebnis: authentisch – oder als verändert markiert.

So lässt sich belegen, dass das Video aus der eigenen Protect-Anlage stammt und nach der Aufnahme nicht bearbeitet wurde. Kameras ohne sichtbares Wasserzeichen erhalten den Nachweis trotzdem.

Schritt 5: Archivierung außerhalb des Rekorders

Settings › Off-Site Archiving: Aufnahmen bzw. Erkennungen automatisch archivieren auf

  • NAS im eigenen Netz (z. B. UNAS oder ein vorhandenes NAS) – bevorzugt für Unternehmen,
  • OneDrive, Google Drive oder Dropbox.

Vor einer Cloud-Archivierung klären: Wo stehen die Server? Gibt es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung? Ist die Archivdauer mit der Löschfrist vereinbar? Eine Archivierung „für immer“ widerspricht in der Regel den Datenschutzvorgaben.

Übergabe an Behörden und Dritte dokumentieren

Punkt Inhalt
Anlass Vorfall, Datum, Aktenzeichen der Polizei
Umfang Kameras, Zeiträume, Dateinamen, Prüfwert bzw. Nachweis auf evidence.ui.com
Empfänger Behörde/Person, Übergabeweg (Datenträger, sicherer Link)
Freigabe wer hat die Herausgabe genehmigt (Datenschutz, Geschäftsleitung)
Löschung wann die lokalen Exporte gelöscht wurden

Exporte nicht dauerhaft auf Arbeitsplatzrechnern oder in E-Mail-Postfächern liegen lassen. Downloads lassen sich über den Alarm Manager (Systemereignis Download) protokollieren.

Hinweise

Siehe auch

Links und Quellen


Über m.a.x. it Die m.a.x. Informationstechnologie AG ist seit über 30 Jahren IT-Partner mittelständischer und großer Unternehmen in München und bietet maßgeschneiderte Lösungen und Services in den Bereichen Cloud, Cybersecurity, Netzwerk, Windows, Linux und Softwareentwicklung. Sie haben eine Frage zu diesem Artikel oder brauchen Unterstützung? Kontakt aufnehmen