UniFi Protect: Kameras einbinden und Netzwerk planen

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(Weitergeleitet von UniFi Protect Kamera-VLAN)

Auf einen Blick

Gilt fürUniFi Protect 7.x; UniFi-Kameras G4/G5/G6/AI, Türklingeln, ONVIF-Kameras anderer Hersteller; UniFi-Switches mit PoE
BereichNetzwerk-Hardware
Dauerca. 10 Minuten je Kamera; Netzplanung 1–2 Stunden
RechteAdministrator in UniFi Network und Protect
StandOktober 2026

Kameras in UniFi Protect einbinden und das Netzwerk planen gehören zusammen: Kameras sind Dauersender mit hohem PoE-Bedarf und gleichzeitig ein beliebtes Einfallstor für Angreifer. Dieser Artikel zeigt, wie man PoE-Budget und Kamera-VLAN plant, Kameras adoptiert, Fremdkameras per ONVIF anbindet, die Übertragung verschlüsselt und bei der Montage typische Bildfehler vermeidet.

Kameras in UniFi Protect: PoE-Switch versorgt die Kameras im eigenen VLAN Kameras, der Rekorder steht im selben VLAN; die Kameras dürfen nur mit dem Rekorder sprechen (TCP 7442, 7444, 7550, UDP 10001), Device Isolation verhindert Verkehr zwischen Kameras, Internetzugang ist gesperrt; Clients erreichen die Videos nur über den Rekorder. ONVIF-Kameras anderer Hersteller werden mit Zugangsdaten adoptiert.

Schritt 1: Strom planen (PoE)

  • Leistungsklasse jeder Kamera aus den technischen Daten (techspecs.ui.com) entnehmen: viele Modelle brauchen PoE (802.3af), Kameras mit Infrarot, Heizung oder PTZ oft PoE+ oder PoE++.
  • PoE-Budget des Switches mit Reserve planen (Infrarot nachts, Heizung im Winter erhöhen den Bedarf).
  • Switch und Rekorder an eine USV – sonst fallen bei Stromausfall genau dann alle Kameras aus, wenn man sie braucht.

Schritt 2: Netz und Firewall planen

Eigenes Kamera-VLAN

Kameras gehören in ein eigenes Netz, z. B. Kameras (VLAN 60). Ubiquiti weist darauf hin, dass Kameras bei CloudKey oder Rekorder im selben VLAN wie die Konsole stehen sollten; über VLAN-Grenzen ist eine Adoption nur mit Zusatzaufwand möglich. Praktisch heißt das:

  • Rekorder (UNVR/ENVR): Rekorder mit seiner Adresse ins Kamera-VLAN stellen.
  • Cloud Gateway als Konsole: Das Gateway ist in allen VLANs präsent; das Kamera-VLAN wird einfach angelegt.

Siehe UniFi: VLANs einrichten.

Kommunikation einschränken

Verbindung Regel
Kamera ↔ Rekorder erlauben (Adoption und Video: TCP 7442, 7444, 7550, UDP 10001)
Kamera ↔ Kamera sperren: Device Isolation (ACL) im Kamera-Netz, siehe UniFi: Switch-ACLs einrichten
Kamera → Internet sperren (UniFi-Kameras holen Updates über den Rekorder); bei Fremdkameras unbedingt sperren
Clients → Kameras nicht nötig – Zugriff erfolgt über den Rekorder bzw. die Protect-App
Kamera → übrige Netze sperren (eigene Zone Kameras in der Zone-Based Firewall)

Wenn die Kameraports frei zugänglich sind (Außenkameras, Parkplätze), zusätzlich MAC-Beschränkung oder 802.1X/MAB am Switch-Port, damit niemand dort ein Notebook ansteckt, siehe UniFi: 802.1X und RADIUS einrichten.

Schritt 3: UniFi-Kameras adoptieren

  1. Kamera an den PoE-Port anschließen; sie startet und meldet sich im Werkszustand.
  2. Adoptieren über
    • die Protect-App (iOS/Android, mit UI-Konto angemeldet) – sie führt durch die Adoption, oder
    • den Site Manager: Konsole › Protect › Devices › Adopt.
  3. Kamera sprechend benennen (Standort und Blickrichtung, z. B. „Eingang Nord – Tür“).
  4. Firmware-Update abwarten.

Kabellose Kameras werden per Bluetooth über die Protect-App eingebunden; das Smartphone muss im selben VLAN wie die Konsole sein. Liegt eine Kamera in einem anderen VLAN, kann sie über ihre Weboberfläche (Standard-Zugangsdaten ui/ui) manuell auf die Adresse der Konsole verwiesen werden.

Schritt 4: Fremdkameras per ONVIF

Vorhandene Kameras anderer Hersteller lassen sich übernehmen und später schrittweise ersetzen.

Kamera vorbereiten

  1. Kamera einzeln anschließen (manche haben eine feste Standard-IP – Konflikte vermeiden), Adresse in UniFi Network nachsehen.
  2. In der Weboberfläche der Kamera Standardpasswort ändern und Firmware aktualisieren.
  3. ONVIF aktivieren und einen ONVIF-Benutzer anlegen.
  4. Datum, Uhrzeit und Zeitzone korrekt setzen – sonst schlägt die Anmeldung fehl.
  5. Authentifizierung auf Digest & WS-Username-Token stellen (bei Hikvision ausdrücklich nötig).

In Protect übernehmen

  1. Protect › Settings › System › Discover Third-Party Cameras aktivieren.
  2. Unter UniFi Devices die Kamera Click to Adopt und die ONVIF-Zugangsdaten eingeben.
  3. Liegt die Kamera in einem anderen Netz: Hilfe-Symbol › Advanced Adoption mit IP-Adresse.

Was Fremdkameras können

  • Live-Bild, Aufnahme, Bewegungserkennung (in der Kamera eingestellt), PTZ-Steuerung und Ton.
  • Protect übernimmt den besten und den schwächsten Stream als HQ/LQ; Änderungen an den Streams erfordern ein erneutes Adoptieren.
  • KI-Erkennungen (Personen, Fahrzeuge, Kennzeichen) nur mit dem Zusatzgerät AI Port (je nach Auflösung 1–3 Fremdkameras pro AI Port).
  • Fremdkameras gehören besonders streng ins isolierte Kamera-VLAN ohne Internetzugang.

Schritt 5: Übertragung verschlüsseln

Protect › Settings › System › Advanced › Stream Encryption aktivieren. Der Videostrom zwischen Kamera und Konsole wird dann verschlüsselt – Schutz gegen Mitschneiden im LAN. Unterstützt von G4-, G5- und AI-Kameras ab Protect 5.2.42.

Schritt 6: Montage und Bildqualität

  • Abstand zu Wänden und Decke mindestens 60 cm bei Kameras mit Infrarot – sonst reflektiert das IR-Licht ins Objektiv.
  • Kuppel (Dome) richtig einrasten, Dichtung prüfen; Linse nur mit Linsentuch bzw. Alkohol unter 70 % reinigen.
  • Gegenlicht vermeiden, Blickwinkel und Brennweite zur Aufgabe passend wählen (Übersicht vs. Identifizierung).
  • Kennzeichenerkennung (AI-LPR): Montagehöhe höchstens 5 m, Erfassungsabstand etwa 12 m, Winkel unter 25° (bei schnellen Fahrzeugen unter 15°); zusätzlich eine Übersichtskamera.
  • Bildausschnitt schon bei der Montage mit Blick auf den Datenschutz wählen: keine öffentlichen Wege, Nachbargrundstücke oder Arbeitsplätze ohne Not, siehe UniFi Protect: Videoüberwachung datenschutzkonform betreiben.

Hinweise

Siehe auch

Links und Quellen


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