UniFi Protect: Einrichtung, Speicher und Aufbewahrung

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Auf einen Blick

Gilt fürUniFi Protect 7.x auf UNVR, UNVR Pro, ENVR, UDM Pro/SE/Pro Max, UCG Max/Fiber, CloudKey+
BereichNetzwerk-Hardware
Dauerca. 1 Stunde Einrichtung; RAID-Aufbau je nach Größe Stunden bis Tage
RechteBesitzer bzw. Administrator der Konsole
StandOktober 2026

UniFi Protect einrichten und den Speicher planen entscheidet darüber, wie lange Aufnahmen verfügbar sind und ob ein Festplattendefekt Videos kostet. Dieser Artikel zeigt, welche Festplatten geeignet sind, welche RAID-Stufe der Rekorder nutzt, wie man Aufbewahrungszeiten mit dem Storage Manager und Enhanced Retention steuert, wie Festplatten getauscht werden und wie Kameras auf einen größeren Rekorder umziehen.

Speicher in UniFi Protect: Festplatten (3,5-Zoll-CMR mit 7200 U/min, SSD mit DRAM-Cache, NVMe) im Rekorder bilden ein RAID – Basic Protection (RAID 1 bzw. 5), RAID 6 auf dem ENVR oder RAID 10 für höchste Ausfallsicherheit; der Storage Manager steuert die Aufbewahrung, Enhanced Retention behält aktuelle Aufnahmen in voller und ältere in reduzierter Qualität.

Schritt 1: Konsole und Protect bereitstellen

  1. Konsole einrichten wie in UniFi: Cloud Gateway einrichten beschrieben – Besitzerkonto, Updates, Backups.
  2. Prüfen, ob Protect installiert ist: Settings › Control Plane › Anwendungen.
  3. Alle Festplatten vor der Ersteinrichtung einbauen. Spätere Erweiterungen erfordern einen RAID-Umbau, der Stunden dauert und die Leistung mindert.
  4. Für mehr als eine Handvoll Kameras einen eigenen Rekorder (UNVR, UNVR Pro, ENVR) statt des Gateways verwenden, siehe Kapazitäten in UniFi Protect.

Schritt 2: Geeignete Datenträger

Typ Konsolen Anforderung laut Ubiquiti
3,5-Zoll-HDD UNVR, UNVR Pro, ENVR, UDM Pro/SE/Pro Max, UNVR Instant ab 1 TB, CMR, 7200 U/min; 5400 U/min nicht für RAID 5/6/10; offizielle UniFi-HDDs 8/16/24 TB
2,5-Zoll-SSD/HDD CloudKey+, Rack-Konsolen ab 1 TB SATA-SSD; für Protect DRAM-Cache und Haltbarkeit ≥ 0,3 DWPD
NVMe-SSD UCG Max, UCG Fiber M.2-Träger nötig, PCIe Gen3 x2; für Protect DRAM-Cache und ≥ 0,3 DWPD
microSD Dream Router, Dream Wall mindestens 128 GB
  • Für Dauerbetrieb Festplatten für Überwachung bzw. NAS verwenden; SMR-Festplatten (Shingled Recording) sind für ständiges Schreiben ungeeignet.
  • Im RAID gleich große Festplatten verwenden – die kleinste und langsamste bestimmt Kapazität und Geschwindigkeit.

Schritt 3: RAID-Stufe verstehen

Schutzstufe (UNVR/ENVR) RAID Voraussetzung verträgt Ausfall von nutzbar
Basic Protection 2 Platten RAID 1, ab 3 RAID 5; ENVR ab 9 Platten RAID 6 ab 2 Festplatten 1 Platte (RAID 6: 2) ca. 67–75 % (RAID 6: 78–87 %)
Better Performance RAID 10 gerade Anzahl, mindestens 4; eine ungerade letzte Platte wird Hot Spare bis zur Hälfte, nicht beide eines Spiegelpaars 50 %
  • Der Aufbau des Arrays kann Stunden bis Tage dauern; in dieser Zeit ist die Leistung reduziert.
  • RAID schützt vor Plattenausfall, nicht vor Diebstahl, Brand oder Löschen – wichtige Aufnahmen zusätzlich exportieren bzw. extern archivieren, siehe UniFi Protect: Export, Beweissicherung und Archivierung.

Schritt 4: Aufbewahrung steuern

Storage Manager

Protect › Settings › Storage Manager zeigt, wie der Speicher verteilt ist, und legt die Aufbewahrung fest:

  • Auto: Protect überschreibt die ältesten Aufnahmen, wenn der Speicher voll ist.
  • Feste Aufbewahrung: Aufnahmen werden nach einer festen Frist gelöscht – in Deutschland meist die richtige Wahl, weil Datenschutzregeln kurze, definierte Speicherdauern verlangen, siehe UniFi Protect: Videoüberwachung datenschutzkonform betreiben.
  • Pro Kamera lässt sich die Aufbewahrung abweichend einstellen (Gerät › Recording Settings; für viele Kameras Settings › Recording Manager).

Enhanced Retention (ab Protect 5.1)

Aktuelle Aufnahmen bleiben für eine einstellbare Frist (z. B. 7 Tage) in voller Qualität, danach werden sie auf niedrige Qualität reduziert und später gelöscht. Das verlängert die Gesamtdauer bei gleichem Speicher. Reduzierte Aufnahmen lassen sich nicht wieder in volle Qualität zurückverwandeln.

Speicherbedarf senken

  • Aufnahmemodus Detection Only statt durchgehend, wo das genügt.
  • Enhanced Encoding (bessere Kompression), niedrigere Auflösung oder Qualität für weniger wichtige Kameras.
  • Wichtige Ereignisse markieren (Flag), damit sie nicht reduziert werden, oder in einen Fall (Case Manager) übernehmen.

Ubiquiti bietet zur Planung einen Speicherrechner auf ui.com.

Festplatten überwachen und tauschen

  • UniFi OS warnt bei gefährdeten (at risk) und ausgefallenen Platten; die Laufwerks-LED leuchtet bei Fehlern gelb.
  • Rekorder und Dream Machines unterstützen Hot-Swap: Schublade öffnen, Platte tauschen, gleiche Ausrichtung.
  • Erst ausgefallene, dann gefährdete Platten tauschen, immer nur eine und die Reparatur des Arrays abwarten.
  • NVMe-Laufwerke (UCG Max/Fiber) und den CloudKey+ vorher herunterfahren. Beim CloudKey+ entsteht mit neuer Platte eine neue Datenbank – vorher Backup erstellen, sonst müssen Kameras neu adoptiert werden.
  • Vor dem Tausch einer einzelnen Platte (ohne RAID) wichtige Aufnahmen exportieren; sie gehen sonst verloren.

Umzug auf einen größeren Rekorder

Von → nach Vorgehen Aufnahmen
Cloud Gateway → UNVR wichtige Clips exportieren, UNVR ins Kamera-VLAN, Backup erstellen, Protect auf dem Gateway stoppen, Backup auf dem UNVR zurückspielen werden nicht übernommen
UNVR → größeres Modell neue Konsole ohne Platten einrichten, Admins per Cloud-Backup übernehmen, beide über die Oberfläche herunterfahren, Platten umsetzen, starten können erhalten bleiben; erst danach weitere Platten ergänzen

Hinweise

  • Festplatten als Verschleißteil: Bei Dauerbetrieb mit Laufzeiten von 3–5 Jahren rechnen und Ersatz bevorraten.
  • USV: Rekorder an eine USV anschließen – Stromausfälle während des Schreibens gefährden das Array.
  • Bei Dimensionierung, RAID-Planung und Betrieb Ihrer Videoüberwachung unterstützen Sie die Managed Services von m.a.x. it.

Siehe auch

Links und Quellen


Über m.a.x. it Die m.a.x. Informationstechnologie AG ist seit über 30 Jahren IT-Partner mittelständischer und großer Unternehmen in München und bietet maßgeschneiderte Lösungen und Services in den Bereichen Cloud, Cybersecurity, Netzwerk, Windows, Linux und Softwareentwicklung. Sie haben eine Frage zu diesem Artikel oder brauchen Unterstützung? Kontakt aufnehmen