Vaultwarden

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(Weitergeleitet von Bitwarden selbst hosten)

Auf einen Blick

Gilt fürVaultwarden 1.37.x (aktuell 1.37.4, Oktober 2026) mit den offiziellen Bitwarden-Clients (Web, Browser, Desktop, Android, iOS)
BereichIT-Security
DauerÜberblick; Grundinstallation ca. 1–2 Stunden
RechteRoot bzw. Docker-Rechte auf dem Server, Administrator des Vaultwarden-Admin-Panels
StandOktober 2026

Vaultwarden ist ein schlanker, selbst gehosteter Server für den Passwortmanager Bitwarden: Er implementiert die Bitwarden-Schnittstellen in der Programmiersprache Rust und arbeitet mit den offiziellen Bitwarden-Apps für Browser, Desktop und Smartphone zusammen. Unternehmen behalten damit alle Passwortdaten auf eigenen Servern, brauchen für einen Betrieb mit wenigen Dutzend Benutzern nur einen kleinen Linux-Server oder Container und zahlen keine Lizenzgebühren. Diese Seite erklärt, was Vaultwarden leistet, wo die Grenzen liegen, und führt durch alle Artikel der Vaultwarden-Reihe.

Aufbau einer Vaultwarden-Installation: Bitwarden-Clients (Browser-Erweiterung, Desktop-App, Android, iOS, Web-Tresor) verbinden sich per HTTPS mit einem Reverse Proxy (Caddy, nginx oder OPNsense), dieser leitet an den Vaultwarden-Container mit SQLite-Datenbank und Datenordner weiter; Daten werden im Client mit dem Master-Passwort verschlüsselt, der Server speichert nur verschlüsselte Tresore; Zusatzdienste: SMTP für Einladungen und 2FA-Mails, optional Push-Relay von Bitwarden für mobile Apps und OpenID Connect für SSO.

Was ist Vaultwarden?

  • Inoffizielle Server-Implementierung: Vaultwarden ist ein Open-Source-Projekt (Lizenz AGPL-3.0) und nicht mit Bitwarden Inc. verbunden. Es nutzt den Web-Tresor von Bitwarden mit kleinen Anpassungen; alle anderen Clients sind die unveränderten Bitwarden-Apps.
  • Zero-Knowledge-Prinzip: Tresore werden auf dem Endgerät mit einem aus dem Master-Passwort abgeleiteten Schlüssel verschlüsselt. Der Server speichert nur verschlüsselte Daten – wer den Server übernimmt, hat noch keine Passwörter im Klartext, siehe Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.
  • Ressourcensparend: Ein einzelner Container mit SQLite-Datenbank genügt. Die Standardinstallation des offiziellen Bitwarden-Servers besteht dagegen aus rund einem Dutzend Containern mit Microsoft SQL Server.
  • Zielgruppe: laut Projekt Einzelpersonen, Familien und kleinere Organisationen. Funktionen, die vor allem Großunternehmen brauchen, haben keine Priorität.

Vaultwarden, Bitwarden Cloud oder Bitwarden selbst gehostet?

Kriterium Vaultwarden Bitwarden Cloud (EU) Bitwarden selbst gehostet
Betrieb eigener Server, eigene Verantwortung durch Bitwarden eigener Server
Kosten keine Lizenzkosten Abo je Benutzer Abo je Benutzer, Lizenzdatei
Ressourcen ein Container, wenig RAM – Standard: rund ein Dutzend Container mit MS SQL; „Bitwarden lite“ als Einzelcontainer laut Bitwarden nur für private Nutzung
Herstellersupport keiner; Forum und GitHub ja ja
Organisationen, Sammlungen, Gruppen ja (Gruppen per Schalter) ja ja
SSO mit OpenID Connect ja, seit 1.35.0 Enterprise-Tarif Enterprise-Tarif
Eigene Rollen, Public API, einige Richtlinien nein ja ja

Entscheidungshilfe: Vaultwarden passt, wenn das Unternehmen Linux- und Docker-Betrieb beherrscht und die Daten im eigenen Haus halten will. Wer Herstellersupport, Zertifizierungen oder alle Enterprise-Richtlinien braucht, nimmt Bitwarden direkt.

Funktionen im Überblick

  • Persönliche Tresore, Organisationen mit Sammlungen und Gruppen, Freigaben mit Zugriffsrechten
  • Datei-Anhänge, Ordner, Favoriten, Papierkorb, Archiv, Master-Passwort-Abfrage für einzelne Einträge
  • Bitwarden Send für verschlüsselte Einmal-Freigaben
  • Notfallzugriff und Kontowiederherstellung durch Administratoren (setzt E-Mail-Versand voraus)
  • Integrierter TOTP-Generator für Zwei-Faktor-Codes
  • Zwei-Faktor-Anmeldung per Authenticator-App, E-Mail, FIDO2/WebAuthn, YubiKey OTP und Duo
  • Single Sign-On über OpenID Connect, z. B. mit Entra ID oder Keycloak
  • Ereignisprotokolle, Richtlinien wie „Zwei-Faktor-Anmeldung erforderlich“ und Master-Passwort-Anforderungen
  • Directory Connector bzw. LDAP-Abgleich für Einladungen
  • Live-Synchronisation per WebSocket (Browser, Desktop) und Push (Smartphone)
  • Admin-Panel unter /admin für Einstellungen, Benutzer und Diagnose

Fehlt (Stand 1.37.4): Anmeldung mit Passkeys statt Master-Passwort, Schutz bei Anmeldung neuer Geräte, benutzerdefinierte Rollen, die öffentliche Bitwarden-API (nur für den Directory Connector umgesetzt) sowie die Richtlinien „Tresor-Timeout“, „SSO erforderlich“ und „Export verbieten“.

Sicherheit und Audits

  • Das BSI hat Vaultwarden 1.30.3 im Projekt CAOS (Codeanalyse von Open-Source-Software) untersucht und die Ergebnisse im Oktober 2024 veröffentlicht, zusammen mit KeePass.
  • ERNW fand im Oktober 2024 bei einem Penetrationstest u. a. eine Authentifizierungsumgehung, die in 1.32.5 behoben wurde.
  • Vaultwarden veröffentlicht regelmäßig Sicherheitsupdates – 1.37.4 vom 5. Oktober 2026 behebt sieben Schwachstellen, eine davon mit hohem Schweregrad. Zeitnahe Updates sind Pflicht, siehe Vaultwarden: Absichern und härten.
  • Neue Versionen der Bitwarden-Apps setzen oft eine aktuelle Vaultwarden-Version voraus, z. B. 1.37.0 für Clients ab 2026.7.0.

Anleitungen dieser Reihe

Nr. Artikel Inhalt
1 Vaultwarden: Installation mit Docker Compose Voraussetzungen, compose.yaml, Admin-Token mit Argon2, erstes Konto, SMTP, Push, Updates
2 Vaultwarden: HTTPS mit Reverse Proxy (Caddy, nginx, OPNsense) Zertifikate, Caddy und nginx, WebSockets, echte Client-IP, interne Instanz
3 Vaultwarden: Absichern und härten Registrierung schließen, Admin-Panel schützen, Fail2ban, Container-Härtung, Updates
4 Vaultwarden: Zwei-Faktor-Anmeldung und SSO mit OpenID Connect TOTP, FIDO2, E-Mail, 2FA-Pflicht, SSO mit Entra ID und Keycloak
5 Vaultwarden: Organisationen, Sammlungen und Benutzerverwaltung Rollen, Sammlungen, Gruppen, Richtlinien, Ereignisprotokoll, Offboarding
6 Vaultwarden: Backup und Wiederherstellung Datenordner, SQLite-Backup, Verschlüsselung, Restore-Test
7 Vaultwarden: Migration von KeePass und anderen Passwortmanagern Import, KeePass XML/CSV, Browser-Passwörter, Clients einrichten
8 Vaultwarden: Datenschutz und Betrieb im Unternehmen DSGVO, TOMs, Push-Relay, Icon-Abruf, Protokolle, Betriebsrat, Notfallkonzept

Hinweise

  • Vaultwarden im Unternehmen: Lösungen auf Basis von Vaultwarden einzusetzen ist erlaubt. Supportfälle meldet man aber nicht bei Bitwarden, sondern im Vaultwarden-Forum oder auf GitHub.
  • Keine öffentlichen Instanzen nutzen: Das Projekt betreibt selbst keinen öffentlichen Server und rät von fremden Instanzen ab.
  • Bei Auswahl, Einführung und sicherem Betrieb eines Passwortmanagers unterstützt Sie das Team Cybersecurity von m.a.x. it.

Siehe auch

Links und Quellen


Über m.a.x. it Die m.a.x. Informationstechnologie AG ist seit über 30 Jahren IT-Partner mittelständischer und großer Unternehmen in München und bietet maßgeschneiderte Lösungen und Services in den Bereichen Cloud, Cybersecurity, Netzwerk, Windows, Linux und Softwareentwicklung. Sie haben eine Frage zu diesem Artikel oder brauchen Unterstützung? Kontakt aufnehmen