DocuSeal: Vorlagen erstellen und Dokumente zur Unterschrift senden

Aus maxTechCorner

Auf einen Blick

Gilt fürDocuSeal 3.3.x (Open Source, selbst gehostet); Vorlagen aus PDF, DOCX oder Bildern; Unterzeichnen im Browser und auf dem Smartphone
BereichServer-Software
Dauererste Vorlage ca. 15–30 Minuten; Versand ca. 2 Minuten
RechteBenutzer in DocuSeal
StandOktober 2026

Mit DocuSeal Dokumente zur Unterschrift senden läuft in zwei Schritten: Zuerst wird aus einem PDF oder Word-Dokument einmalig eine Vorlage mit Feldern und Parteien. Danach lassen sich daraus beliebig viele Einreichungen an Empfänger verschicken, die im Browser ausfüllen und unterschreiben. Diese Anleitung zeigt den Vorlagen-Editor, die Feldtypen, Unterschriftsreihenfolge und Empfängerprüfung, den Versand per E-Mail oder Freigabelink und was nach dem Abschluss mit den Dokumenten passiert.

Vorlagen und Versand in DocuSeal: Dokument hochladen, im Editor Felder wie Unterschrift, Initialen, Datum, Text, Zahl, Kontrollkästchen, Auswahl, Datei und Stempel platzieren und Parteien wie Mitarbeiter und Firma zuordnen; Einstellungen für Reihenfolge, E-Mail-Code zum Öffnen, Ablehnen und Delegieren; Versand per E-Mail, Freigabelink oder QR-Code oder Selbst unterschreiben; Status Gesendet, Geöffnet, Fertig, Abgelehnt, Abgelaufen; Ergebnis signiertes PDF mit Prüfprotokoll.

Begriffe

Begriff Bedeutung
Vorlage Dokument mit platzierten Feldern und Parteien; wiederverwendbar
Partei Rolle in der Vorlage, z. B. Mitarbeiter und Firma; jedes Feld gehört genau einer Partei
Einreichung ein konkreter Vorgang aus einer Vorlage mit echten Empfängern
Prüfprotokoll PDF mit allen Ereignissen, Prüfsummen, IP-Adressen und Zeitpunkten

Schritt 1: Vorlage in DocuSeal anlegen

  1. Auf der Startseite Hochladen wählen oder ein PDF, DOCX oder Bild in das Fenster ziehen. Mehrere Dateien werden zu einer Vorlage zusammengefasst.
  2. Vorhandene PDF-Formularfelder übernimmt DocuSeal automatisch. Sonst Felder aus der Leiste auf das Dokument ziehen oder mit der Maus ein Rechteck aufziehen.
  3. Parteien oben im Editor anlegen und umbenennen (z. B. Mitarbeiter, Personalabteilung), dann jedes Feld der richtigen Partei zuordnen. Die Farbe zeigt die Zuordnung.
  4. Für jedes Feld festlegen: Name, Pflichtfeld, Schreibgeschützt, Vorbelegung, Format (z. B. Datumsformat, Prozent, IBAN-Prüfung seit 3.3.1).
  5. Speichern. Jede Speicherung legt eine Revision an, zu der man später zurückkehren kann.

Wichtige Feldtypen:

Feld Einsatz
Unterschrift, Initialen gezeichnet, hochgeladen oder – wenn erlaubt – getippt
Datum Eingabe oder automatisch das Datum der Unterschrift
Text, Zahl Name, Anschrift, Beträge; mit Prüfmuster
Kontrollkästchen, Auswahl, Optionsfeld Zustimmungen, Varianten
Datei, Bild Unterzeichner lädt z. B. Ausweis- oder Nachweiskopie hoch
Stempel Firmenstempel der Partei

Dokumenteditor: Seiten hinzufügen, entfernen, drehen und zuschneiden, Fotos in gescannte Seiten umwandeln und Inhalte echt schwärzen – der geschwärzte Text ist danach nicht mehr im PDF enthalten.

Schritt 2: Vorlage einstellen

Unter Einstellungen der Vorlage:

  • Reihenfolge beibehalten: Die zweite Partei erhält die Einladung erst, wenn die erste fertig ist – z. B. erst der Mitarbeiter, dann die Geschäftsführung.
  • E-Mail-2FA erforderlich, um zu öffnen: Der Empfänger muss einen Einmalcode aus seiner E-Mail eingeben. Das belegt, dass die Person Zugriff auf das Postfach hat, und schützt weitergeleitete Links. Solche Vorlagen lassen sich nicht über einen Freigabelink nutzen.
  • E-Mail-Texte für Einladung und Abschluss anpassen, Abschlussmeldung oder Weiterleitungs-Adresse nach dem Unterschreiben setzen.

Kontoweit unter Einstellungen › Konto:

Einstellung Empfehlung
Ablehnen von Dokumenten erlauben an – mit Begründung, die an den Absender geht
Delegieren von Dokumenten erlauben nur, wenn Empfänger Dokumente an andere weitergeben dürfen
Getippte Unterschriften zulassen je nach Anspruch; gezeichnete Unterschriften wirken für Empfänger verbindlicher, rechtlich ändert es wenig
Reihenfolge der Unterschriften immer erzwingen an, wenn Freigabeketten üblich sind
Abgeschlossene Dokumente und Prüfprotokoll kombinieren an – ein PDF für die Ablage
Grund für die Signatur erforderlich optional, z. B. „Genehmigt“, „Zur Kenntnis genommen“
Authentifizierung für Dateidownload-Links erforderlich an, siehe DocuSeal: Absichern, Backup und Betrieb

Schritt 3: Versenden

  • Per E-Mail: Empfänger hinzufügen, je Partei Name und E-Mail eintragen, optional Felder vorbelegen, Senden. Ohne SMTP lassen sich die Links auch kopieren und selbst verschicken.
  • Selbst unterschreiben: Der Absender füllt seine Partei sofort aus, danach geht die Einladung an die nächste.
  • Freigabelink und QR-Code: Ein öffentlicher Link, über den beliebig viele Personen das Formular ausfüllen – gut für Anmeldungen, Einverständniserklärungen oder Kundenformulare am Empfang. Jeder Aufruf erzeugt eine eigene Einreichung. Am besten geeignet für Vorlagen mit einer ausfüllenden Partei.
  • Massenversand aus Tabellen, Erinnerungen und SMS gibt es nur in Pro. In der freien Version per API oder durch erneutes Senden aus der Übersicht.

Schritt 4: Unterzeichnen aus Sicht des Empfängers

  1. Link in der E-Mail öffnen, gegebenenfalls Code aus der zweiten E-Mail eingeben.
  2. DocuSeal führt Schritt für Schritt durch die Pflichtfelder – auf dem Smartphone Feld für Feld, am PC auf Wunsch über das ganze Dokument.
  3. Unterschrift zeichnen, hochladen oder tippen, Fertig.
  4. Der Empfänger kann das Ergebnis direkt herunterladen und erhält es per E-Mail.

Für Menschen mit Sehbehinderung ist der Ablauf seit 2.5.0 mit Tastatur und Bildschirmleser bedienbar, siehe Barrierefreiheit.

Schritt 5: Nach dem Abschluss

  • Status in der Übersicht der Einreichungen: Gesendet, Geöffnet, Fertig, Abgelehnt, Abgelaufen.
  • DocuSeal erzeugt das signierte PDF mit digitaler Signatur und das Prüfprotokoll mit Prüfsummen (SHA-256) des Originals und des Ergebnisses, E-Mail-Verifizierung, IP-Adresse, Browser und allen Zeitpunkten.
  • Abgeschlossene Dokumente im Dokumentenmanagement oder in der Personalakte ablegen; DocuSeal ist kein Archivsystem, siehe DocuSeal: Datenschutz und Aufbewahrung im Unternehmen.
  • Signaturen prüfen: Einstellungen › E-Signatur › Signiertes PDF verifizieren oder im Adobe Reader, siehe DocuSeal: Signaturzertifikate, Zeitstempel und Prüfung.

Typische Einsatzfälle

Dokument Parteien Hinweis
Geheimhaltungsvereinbarung (NDA) Geschäftspartner, Firma formfrei, gut geeignet
Angebot, Auftragsbestätigung Kunde formfrei
Auftragsverarbeitungsvertrag Kunde bzw. Dienstleister, Firma elektronisches Format nach Art. 28 Abs. 9 DSGVO zulässig
Datenschutz-Einwilligung, Foto-Freigabe Mitarbeiter oder Besucher Freigabelink; Widerruf beachten
Unbefristeter Arbeitsvertrag Mitarbeiter, Personalabteilung möglich, aber ohne Befristung und ohne nachvertragliches Wettbewerbsverbot, siehe Rechtslage
Kündigung, Aufhebungsvertrag – nicht elektronisch möglich

Einzelheiten: DocuSeal: Elektronische Signatur – Rechtslage in Deutschland.

Hinweise

  • Vorlagen pflegen: Ordner nach Abteilungen anlegen, Vorlagen eindeutig benennen und Änderungen über die Revisionen nachvollziehen.
  • Rechte: In der freien Version sehen alle Benutzer alle Vorlagen und Einreichungen. Personalvorgänge deshalb gegebenenfalls auf einer eigenen Instanz oder mit Pro (private Vorlagen, Rollen) abbilden.
  • Bei Digitalisierung von Formularen und Freigabeprozessen unterstützt Sie das Team Digitaler Arbeitsplatz von m.a.x. it.

Siehe auch

Links und Quellen


Über m.a.x. it Die m.a.x. Informationstechnologie AG ist seit über 30 Jahren IT-Partner mittelständischer und großer Unternehmen in München und bietet maßgeschneiderte Lösungen und Services in den Bereichen Cloud, Cybersecurity, Netzwerk, Windows, Linux und Softwareentwicklung. Sie haben eine Frage zu diesem Artikel oder brauchen Unterstützung? Kontakt aufnehmen