OPNsense - Wazuh-Agent

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Auf einen Blick

Gilt fürOPNsense 26.1/26.7 mit Plugin os-wazuh-agent 1.3 (Wazuh-Agent 4.14), Wazuh-Manager im eigenen Netz oder Wazuh Cloud
BereichIT-Security
Dauerca. 30 Minuten (Anbindung), Active Response zusätzlich ca. 30 Minuten
RechteAdministrator (OPNsense-WebUI), Zugriff auf den Wazuh-Manager
StandOktober 2026

Wazuh ist eine Open-Source-Plattform für SIEM und XDR (Security Information and Event Management bzw. Extended Detection and Response). Mit dem Plugin os-wazuh-agent wird die OPNsense ein vollwertiger Wazuh-Agent: Sie übermittelt Firewall-, System- und Dienstprotokolle sowie Suricata-Alarme an den Wazuh-Manager, wird per Dateiintegritätsüberwachung und Rootcheck überwacht, liefert ein Systeminventar – und kann vom Manager per Active Response angewiesen werden, Angreifer-IP-Adressen auf der Firewall zu sperren. So wird die Firewall vom reinen Logsender zum aktiven Baustein der Angriffserkennung.

Agent statt Syslog: Was bringt das Plugin?

Funktion Klassisches Syslog an Wazuh os-wazuh-agent
Firewall- und Dienstlogs ja ja – Auswahl pro Anwendung, normiertes RFC3164-Format
Suricata-Alarme (EVE JSON) eingeschränkt ja, als strukturierte JSON-Events
Dateiintegritätsüberwachung (FIM) nein ja
Rootcheck / Anomalieerkennung nein ja
Systeminventar (Pakete, Ports, Netzwerk) nein ja (Syscollector)
Active Response (IP sperren) nein ja (Aktion opnsense-fw)
Verschlüsselte, authentifizierte Übertragung nein (UDP/TCP-Klartext) ja
OPNsense als Wazuh-Agent: Logs, Suricata-Events, Integritäts- und Inventardaten gehen verschlüsselt an den Wazuh-Manager; dieser kann per Active Response die Aktion opnsense-fw auslösen und Angreifer-IPs auf der Firewall sperren.


HinweisDas Plugin bringt nur den Agent. Die zentralen Wazuh-Komponenten (Manager, Indexer, Dashboard) gehören nicht auf die OPNsense, sondern auf eigene Server oder in die Wazuh Cloud. Das Plugin wird vom OPNsense-Team mit eingeschränktem Community-Support (Tier 3) bereitgestellt.

Voraussetzungen

  • Ein laufender Wazuh-Manager (z. B. Wazuh 4.14 on-premises oder Wazuh Cloud).
  • Versionen beachten: Der Agent darf nicht neuer sein als der Manager. Das Plugin bringt derzeit den Wazuh-Agent der 4.14-Reihe mit; bei einem Manager der 5.x-Reihe die Kompatibilität mit 4.x-Agents in der Wazuh-Dokumentation prüfen.
  • Netzwerkverbindung von der Firewall zum Manager: TCP 1514 (Ereignisse) und TCP 1515 (Registrierung/Enrollment).

Schritt 1: Plugin installieren

System → Firmware → Plugins: os-wazuh-agent installieren und die Seite neu laden. Das Menü befindet sich unter Services → Wazuh Agent mit Settings, Logfile / ossec und Logfile / active-responses.

Schritt 2: Verbindung zum Manager

Services → Wazuh Agent → Settings (bei Bedarf advanced mode aktivieren):

Bereich Feld Empfehlung
General Settings Enable aktivieren
Manager hostname IP oder DNS-Name des Wazuh-Managers, z. B. wazuh.firma.local
Agent hostname sprechender Name, z. B. fw-zentrale (leer = Hostname der Firewall)
Protocol / Manager port TCP / 1514 (Standard)
Debug nur zur Fehlersuche erhöhen
Enrollment Password Registrierungspasswort des Managers (falls dort Passwort-Enrollment aktiviert ist)
Enrollment port 1515 (Standard)

Apply – der Agent registriert sich beim Manager. Im Wazuh-Dashboard unter Agents erscheint die Firewall als active. Probleme zeigt Services → Wazuh Agent → Logfile / ossec.

Schritt 3: Welche Logs gesendet werden

Feld Empfehlung
Applications die relevanten Syslog-Quellen auswählen, z. B. filter (Firewall-Log), audit/configd/Anmeldungen der Weboberfläche, openvpn, charon (IPsec), unbound, haproxy, caddy, squid … – je nachdem, was auf der Firewall läuft
Intrusion detection events aktivieren, wenn Suricata (Services → Intrusion Detection) läuft – die EVE-Events kommen strukturiert als JSON beim Manager an
Logcollector remote commands deaktivieren (Standard: an) – verhindert, dass der Manager über die zentrale Konfiguration beliebige Befehle als Logquelle auf der Firewall ausführt

Wazuh verarbeitet Syslog im Format RFC3164. Das Plugin schreibt deshalb eine Kopie der ausgewählten Meldungen in /var/ossec/logs/opnsense_syslog.log und liest sie von dort ein.


HinweisDas Firewall-Log (filter) kann je nach Regelwerk sehr viele Ereignisse erzeugen. Nur Regeln mit Log versehen, deren Treffer wirklich ausgewertet werden sollen (z. B. Block-Regeln, Zugriffe auf Management-Dienste), und im Manager die Indexgröße im Blick behalten.

Schritt 4: Integritäts- und Systemüberwachung

Bereich Standard Wirkung
Policy monitoring and anomaly detection (Rootcheck) an Prüft auf Rootkits, verdächtige Dateien und Richtlinienverstöße
System inventory (Syscollector) an Meldet installierte Pakete, offene Ports, Netzwerkschnittstellen und Hardware – Grundlage für Schwachstellenerkennung im Manager
File integrity monitoring (Syscheck) an Meldet Änderungen an Systemdateien und Konfigurationen, z. B. /conf/config.xml

Die Standardwerte können in der Regel übernommen werden. Bei vielen Fehlmeldungen nach Firmware-Updates die Ereignisse im Manager entsprechend bewerten bzw. unterdrücken.

Schritt 5: Active Response – Angreifer automatisch sperren

Das Plugin bringt die Aktion opnsense-fw mit: Der Manager kann damit eine Quell-IP auf der Firewall für eine bestimmte Zeit sperren – etwa nach Brute-Force-Versuchen auf die Weboberfläche, nach Suricata-Alarmen oder nach Angriffen auf einen Webserver, den der Manager per Agent überwacht.

Auf der OPNsense

Bereich Active response:

  • Enable aktivieren.
  • Firewall command ignore: einen Alias mit Adressen auswählen, die nie gesperrt werden dürfen – eigene Netze, Admin-PCs, VPN-Netze, Monitoring, wichtige Partner. Das verhindert, dass Fehlalarme die eigene Infrastruktur aussperren.
  • Repeated offenders: steigende Sperrzeiten in Minuten für Wiederholungstäter, z. B. 30,60,120,240.
  • Wazuh remote commands: deaktiviert lassen, sofern keine zentral verteilten Befehle benötigt werden.

Auf dem Wazuh-Manager

In /var/ossec/etc/ossec.conf die Aktion definieren und einer oder mehreren Regeln zuordnen:

<ossec_config>
  <command>
    <name>opnsense-fw</name>
    <executable>opnsense-fw</executable>
    <timeout_allowed>yes</timeout_allowed>
  </command>

  <active-response>
    <disabled>no</disabled>
    <command>opnsense-fw</command>
    <location>defined-agent</location>
    <agent_id>001</agent_id>      <!-- ID der OPNsense im Manager -->
    <rules_id>87702</rules_id>    <!-- Regel(n), die eine Sperre auslösen -->
    <timeout>180</timeout>        <!-- Sperrdauer in Sekunden -->
  </active-response>
</ossec_config>

Mit location defined-agent wird die Sperre immer auf der Firewall ausgeführt – auch wenn das auslösende Ereignis von einem anderen Agent (z. B. einem Webserver) stammt. Die Regel-IDs passend zum eigenen Szenario wählen (z. B. Brute-Force-Korrelationen, Webangriffs- oder Suricata-Regeln).

Testen

Im Wazuh-Dashboard unter Tools → API console (Agent-ID und Test-IP anpassen):

PUT /active-response?agents_list=001
{
  "command": "!opnsense-fw",
  "custom": false,
  "alert": { "data": { "srcip": "172.16.1.30" } }
}

Ausgeführte Aktionen zeigt Services → Wazuh Agent → Logfile / active-responses.

Eigene Logquellen ergänzen

Für Logquellen, die nicht in der Oberfläche angeboten werden, können eigene ossec.conf-Abschnitte als Datei in /usr/local/opnsense/service/templates/OPNsense/WazuhAgent/ossec_config.d/ abgelegt werden, z. B. 099-eigener-feed.conf:

<localfile>
  <log_format>json</log_format>
  <location>/pfad/zur/datei.json</location>
</localfile>

Danach in der Oberfläche Apply ausführen. Eigene Dateien bei Plugin-Updates und Firmware-Wechseln sichern.

Ereignisse im Manager auswerten

  • Kommen Ereignisse in /var/ossec/logs/opnsense_syslog.log an, aber nicht als Alarme im Dashboard, im Manager unter Tools → Ruleset test prüfen, wie die Zeilen dekodiert werden.
  • Für OPNsense-spezifische Logs sind teilweise eigene Decoder und Regeln nötig – Beispiele und Lösungen für typische Stolperfallen finden sich in den Wazuh-Artikeln dieses Wikis (siehe unten).
  • Bewährte Anwendungsfälle: fehlgeschlagene Anmeldungen an Weboberfläche und VPN, Konfigurationsänderungen, neue Admin-Konten, Suricata-Alarme mit hoher Priorität, blockierte Verbindungen zu Threat-Intelligence-Listen (z. B. Q-Feeds).

Sicherheitsempfehlungen

  • Logcollector remote commands und Wazuh remote commands deaktivieren, wenn sie nicht benötigt werden.
  • Ignore-Alias für Active Response konsequent pflegen und Sperrzeiten begrenzen – eine fehlerhafte Regel darf nicht zum Selbst-DoS führen.
  • Verbindung zum Manager über ein internes bzw. VPN-Netz führen; Enrollment per Passwort absichern.
  • Agent und Manager aktuell halten (Versionsreihenfolge beachten).
  • Für den Betrieb: Speicherbedarf des Indexers, Aufbewahrungsfristen und Alarmierung planen – siehe NIS2 und Wazuh.

Typische Probleme

Symptom Lösung
Agent erscheint nicht im Manager Erreichbarkeit TCP 1514/1515 prüfen, Enrollment-Passwort, Manager-Hostname; Logfile / ossec auswerten, ggf. Debug erhöhen.
Agent disconnected nach Update Agent neuer als Manager – Manager aktualisieren.
Keine Firewall-Events Anwendung filter nicht ausgewählt oder Regeln ohne Logging.
Events kommen an, aber keine Alarme Decoder/Regeln im Manager fehlen – Ruleset test nutzen, eigene Decoder anlegen.
Active Response greift nicht Command/Active-Response im Manager nicht definiert, falsche Agent-ID, Quell-IP im Ignore-Alias, Active Response auf der OPNsense nicht aktiviert.

Fazit

Mit os-wazuh-agent fügt sich die OPNsense nahtlos in eine Wazuh-SIEM/XDR-Umgebung ein: verschlüsselte Logübertragung, Suricata-Events, Integritätsüberwachung, Inventar – und mit Active Response die Möglichkeit, erkannte Angreifer automatisch an der Firewall zu stoppen. Mit sauber gewählten Logquellen, deaktivierten Fernbefehlen und einer gepflegten Ausnahmeliste ist das ein starker Baustein für Angriffserkennung und NIS2-konforme Protokollierung.

Unterstützung von m.a.x. it

Sie möchten Ihre OPNsense-Firewalls an Wazuh anbinden, Decoder und Regeln für Ihre Umgebung entwickeln oder Active Response sicher einführen? m.a.x. it betreibt Wazuh-Umgebungen für Unternehmen – mit einem Open-Source-SIEM auf Wazuh-Basis bzw. als Managed SIEM von m.a.x. it sowie mit OPNsense-Firewall-Services.

Siehe auch

Links und Quellen


Über m.a.x. it Die m.a.x. Informationstechnologie AG ist seit über 30 Jahren IT-Partner mittelständischer und großer Unternehmen in München und bietet maßgeschneiderte Lösungen und Services in den Bereichen Cloud, Cybersecurity, Netzwerk, Windows, Linux und Softwareentwicklung. Sie haben eine Frage zu diesem Artikel oder brauchen Unterstützung? Kontakt aufnehmen