UniFi Protect: Mehrere Rekorder mit Vantage Point

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(Weitergeleitet von UNVR Stacking)

Auf einen Blick

Gilt fürUniFi Protect mit Vantage Point im Site Manager; bis zu 5 Konsolen (UNVR, UNVR Pro, ENVR, ENVR Core u. a.)
BereichNetzwerk-Hardware
Dauerca. 30–60 Minuten (ohne Rekorder-Einrichtung)
RechteOwner bzw. Super Admin aller beteiligten Konsolen, UI-Konto
StandOktober 2026

Mit UniFi Protect Vantage Point fasst man bis zu fünf Rekorder zu einer gemeinsamen Oberfläche zusammen: Live-Bilder, Wiedergabe und Einstellungen aller Kameras erscheinen an einer Stelle – egal, ob die Rekorder im selben Gebäude oder an verschiedenen Standorten stehen. Vantage Point ist der von Ubiquiti empfohlene Weg, wenn eine einzelne Konsole an ihre Kapazitätsgrenze stößt oder ein Unternehmen mehrere Standorte überwacht. Dieser Artikel zeigt, wann sich Vantage Point lohnt, wie man es einrichtet, wie es sich vom Stapeln (Stacking) zweier UNVRs unterscheidet und was bei Rechten und Datenschutz zu beachten ist.

UniFi Protect Vantage Point: Bis zu fünf eingerichtete Protect-Konsolen an einem oder mehreren Standorten werden im Site Manager unter Physical Security zu einem Vantage Point zusammengefasst; gemeinsame Multiviews mit Kameras aller Rekorder, zentrale Wiedergabe und Einstellungen; Aufnahmen bleiben auf dem jeweiligen Rekorder; Alternative UNVR-Stacking mit nur zwei Geräten und Einschränkungen.

Wann UniFi Protect Vantage Point sinnvoll ist

  • Kapazität: Ein Rekorder schafft je nach Modell nur eine bestimmte Zahl von Kameras, z. B. 4K-Kameras: UNVR 18, UNVR Pro 24, UNVR G2 Pro 50, ENVR 70, ENVR Core 300. Mit Vantage Point lassen sich bis zu fünf Konsolen kombinieren.
  • Mehrere Standorte: Zentrale und Filialen behalten jeweils einen eigenen Rekorder vor Ort – die Aufnahmen werden lokal gespeichert, nicht über die WAN-Leitung übertragen. Nur wer gerade zusieht, erzeugt Datenverkehr.
  • Ausfallsicherheit: Fällt ein Rekorder aus, zeichnen die anderen weiter. Bei einer einzelnen großen Konsole stünde die gesamte Videoüberwachung.
  • Gemeinsame Bedienung: Sicherheitsdienst oder Leitwarte sehen alle Standorte in einer Ansicht, statt zwischen Konsolen zu wechseln.

Vantage Point oder Stacking?

Zwei UNVRs lassen sich auch stapeln (Stacking): Ein zweiter Rekorder (Child) wird dem ersten (Parent) untergeordnet. Ubiquiti rät davon ausdrücklich ab und empfiehlt stattdessen einen ENVR oder Vantage Point.

Merkmal Vantage Point UNVR-Stacking
Anzahl Konsolen bis 5 genau 2 (2× UNVR Pro oder 2× UNVR)
ENVR ja nein, ENVR kann nicht gestapelt werden
Standorte beliebig verteilt ein Standort
Gesichts- und Kennzeichenerkennung auf jeder Konsole wie gewohnt nicht auf dem Child
AI Key, AI Port, Sensoren, Access-Kopplung je Konsole nur auf dem Parent
Globaler Alarm Manager ja nicht unterstützt
Ausfall des ersten Geräts übrige Konsolen erreichbar kein Zugriff mehr auf das Child
Kamera verschieben an der anderen Konsole neu einbinden, vorher Clips exportieren zwischen Parent und Child möglich, löscht aber alle bisherigen Aufnahmen

Gestapelte Konsolen können außerdem nicht in Vantage Point aufgenommen werden. Für neue Installationen ist Vantage Point daher fast immer die bessere Wahl.

Voraussetzungen

  • Jede Konsole ist vollständig eingerichtet – mit Festplatten, Protect und aktueller Firmware, siehe UniFi Protect: Einrichtung, Speicher und Aufbewahrung. Neue Konsolen werden erst normal über Web oder App eingerichtet und danach hinzugefügt.
  • Alle Konsolen sind mit demselben UI-Konto im Site Manager verbunden (Fernzugriff aktiv), siehe UniFi: Mehrere Standorte mit dem Site Manager verwalten.
  • Keine der Konsolen ist Teil eines UNVR-Stacks.
  • Für den Abruf mehrerer Standorte gleichzeitig ausreichend Upload-Bandbreite an jedem Standort einplanen.

Schritt 1: Vantage Point öffnen und Konsolen hinzufügen

  1. Im Site Manager (unifi.ui.com) oben links Physical Security auswählen.
  2. Vorhandene Vantage Points stehen in der linken Spalte unterhalb der Standortliste.
  3. Einen neuen Vantage Point anlegen, sprechend benennen (z. B. Firmengruppe Süd) und die gewünschten Konsolen hinzufügen – höchstens fünf.
  4. Den Vantage Point öffnen: Kameras aller Konsolen erscheinen gemeinsam.

Weitere Konsolen können jederzeit ergänzt werden, solange die Grenze von fünf nicht überschritten wird.

Schritt 2: Multiviews über alle Rekorder

  • Multiviews sind Kachelansichten, in denen Kameras beliebiger Konsolen kombiniert werden – z. B. alle Eingänge aller Filialen.
  • Für die Leitwarte je Aufgabe eine eigene Ansicht anlegen (Eingänge, Außengelände, Warenannahme).
  • Monitore vor Ort zeigen weiterhin die Liveviews ihres eigenen Rekorders über einen Viewport, siehe UniFi Protect: Live-Ansicht, Viewport und Benutzerrechte.

Schritt 3: Wiedergabe und Einstellungen zentral

  • Wiedergabe: Aufnahmen werden direkt vom jeweiligen Rekorder abgespielt; die Suche nach Ereignissen funktioniert über alle Kameras.
  • Einstellungen: Einstellungen lassen sich aus derselben Oberfläche für mehrere Konsolen setzen – praktisch für einheitliche Aufnahmemodi, Zeitpläne und Aufbewahrungsfristen.
  • Speicher bleibt getrennt: Jede Konsole verwaltet ihre eigenen Festplatten, RAID-Stufen und Fristen. Vantage Point ist keine Speichererweiterung und keine Spiegelung.
  • Kameras umziehen: Wird ein Rekorder zu voll, wird eine Kamera vom alten Rekorder entfernt und an einer anderen Konsole neu eingebunden. Bisherige Aufnahmen ziehen nicht mit – wichtige Clips vorher exportieren.

Planung für Unternehmen

Szenario Empfehlung
ein Gebäude, bis ca. 70 4K-Kameras ein ENVR, kein Vantage Point nötig
ein Gebäude, mehr Kameras mehrere Rekorder oder ENVR Core; Kameras nach Gebäudeteilen aufteilen
Zentrale und Filialen je Standort ein Rekorder passender Größe, gemeinsam in einem Vantage Point
mehr als 5 Rekorder mehrere Vantage Points (z. B. nach Region) oder größere Rekorder
  • Für jeden Standort eine eigene Datenschutzbewertung: Speicherfristen, Hinweisschilder und Betriebsvereinbarungen gelten pro Standort, siehe UniFi Protect: Videoüberwachung datenschutzkonform betreiben.
  • Zugriffsrechte: Wer einen Vantage Point öffnen kann, sieht die Kameras aller enthaltenen Konsolen, für die er berechtigt ist. Filialleitungen sollten daher nur Rechte auf ihre eigene Konsole erhalten; zentrale Rollen am besten über UniFi Fabrics vergeben.
  • Netz: Die Konsolen sind über den Site Manager erreichbar; für den Zugriff braucht es kein Site-to-Site-VPN. Wer trotzdem Standorte koppelt, siehe UniFi: Standorte per Site-to-Site-VPN verbinden.

Hinweise

Siehe auch

Links und Quellen


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