UniFi Protect: Live-Ansicht, Viewport und Benutzerrechte

Aus maxTechCorner

Auf einen Blick

Gilt fürUniFi Protect 6.x/7.x; UniFi Protect Viewport (UP-Viewport, früher UFP-Viewport); UNVR G2 mit integriertem HDMI-Ausgang
BereichNetzwerk-Hardware
Dauerca. 20–40 Minuten
RechteOwner oder Super Admin der Konsole
StandOktober 2026

Mit dem UniFi Protect Viewport zeigt man Kamerabilder ohne PC auf einem Monitor oder Fernseher an – etwa am Empfang, in der Pforte, im Lager oder in der Leitwarte. Der Viewport ist ein kleines PoE-Gerät mit HDMI-Ausgang, das sich wie eine Kamera in UniFi Protect einbinden lässt und eine zuvor angelegte Liveview (Kachelansicht mehrerer Kameras) dauerhaft anzeigt. Dieser Artikel zeigt Liveviews, die Einrichtung des Viewports, die Leistungsgrenzen und wie man festlegt, wer welche Kameras sehen darf.

Live-Ansicht mit UniFi Protect: Liveviews mit Kachelraster und rotierenden Kameras werden in Protect angelegt und im Browser, in der App oder auf einem Monitor über den PoE-betriebenen Viewport (HDMI, bis 4K bei 30 Bildern/s, bis 16 Kacheln) angezeigt; Rechte über den Site Manager: Vollzugriff, nur Ansicht oder eingeschränkt auf einzelne Kameras; jeder Viewport belastet die Konsole.

UniFi Protect Viewport im Überblick

Merkmal Wert
Bezeichnung UniFi Protect Viewport, Modell UP-Viewport (früher UFP-Viewport)
Anschlüsse HDMI-Ausgang, Gigabit-Ethernet (PoE-Eingang)
Stromversorgung PoE nach 802.3af, max. ca. 9,5 W – kein eigenes Netzteil nötig
Ausgabe bis 4K mit 30 Bildern/s
Kameras bis 16 Kacheln (4×4); bei hochauflösenden oder H.265-Streams weniger
Bedienung keine – Konfiguration ausschließlich in UniFi Protect

Die Daten stammen aus Händlerangaben; maßgeblich ist das technische Datenblatt von Ubiquiti. Alternativ hat der UNVR G2 einen integrierten HDMI-Ausgang, der wie ein Viewport arbeitet, aber laut Ubiquiti die Kamerakapazität des Rekorders verringert.

Schritt 1: Liveview anlegen

Eine Liveview ist eine gespeicherte Kachelansicht. Sie wird einmal angelegt und kann im Browser, in der App und auf beliebig vielen Viewports genutzt werden.

  1. In UniFi Protect (Web) die Ansicht Liveview öffnen und eine neue Ansicht anlegen.
  2. Namen vergeben, der den Zweck beschreibt, z. B. Empfang, Lager außen, Pforte Nacht.
  3. Layout wählen (1, 4, 9, 16 Kacheln oder asymmetrisch mit einer großen Kachel).
  4. Kameras per Drag-and-drop in die Kacheln ziehen.
  5. Optional eine Kachel als Rotation (Cycle) konfigurieren: Sie wechselt in einem festen Intervall zwischen mehreren Kameras.
  6. Speichern. Persönliche Liveviews sieht nur der Ersteller; als geteilt markierte stehen allen Administratoren zur Verfügung.

In neueren Protect-Versionen heißen die Ansichten in Vantage Point auch Multiviews, siehe UniFi Protect: Mehrere Rekorder mit Vantage Point.

Liveviews sinnvoll planen

  • Pro Arbeitsplatz eine Ansicht: Empfang braucht Eingang und Besucherparkplatz, nicht das Lager.
  • Wenige große Bilder statt 16 kleiner Kacheln: Auf einem 24-Zoll-Monitor ist in einer 4×4-Ansicht kaum ein Gesicht zu erkennen.
  • Datenschutz: Ein Monitor im öffentlich einsehbaren Bereich ist selbst eine Veröffentlichung der Aufnahmen. Monitore so aufstellen, dass Besucher und Passanten nicht mitsehen, siehe UniFi Protect: Videoüberwachung datenschutzkonform betreiben.

Schritt 2: Viewport anschließen und einbinden

  1. Viewport per Netzwerkkabel an einen PoE-Switch (oder PoE-Injektor) anschließen und per HDMI mit dem Monitor verbinden.
  2. Den Port in das Netz der Konsole bzw. das Kamera-VLAN legen; der Viewport kommuniziert wie eine Kamera direkt mit dem Rekorder, siehe UniFi Protect: Kameras einbinden und Netzwerk planen.
  3. In Protect unter UniFi Devices erscheint der Viewport als neues Gerät › Adopt (übernehmen).
  4. Nach der Übernahme Firmware aktualisieren lassen.
  5. In den Einstellungen des Viewports die gewünschte Liveview auswählen. Der Monitor zeigt sie sofort an.
  6. Monitor-Energiesparmodus und Bildschirmschoner abschalten, damit das Bild nicht nach einiger Zeit schwarz wird.

Eine Änderung an der Liveview (andere Kamera, anderes Layout) wirkt sofort auf alle Viewports, die sie anzeigen. So lassen sich Monitore zentral umstellen, ohne vor Ort zu sein.

Leistungsgrenzen beachten

  • Der Viewport dekodiert selbst, bekommt die Streams aber vom Rekorder. Jede Kachel ist ein zusätzlicher Stream, den die Konsole ausliefern muss.
  • Ubiquiti nennt eine hohe Zahl von Viewports ausdrücklich als einen Grund, warum eine Konsole ihre empfohlene Kamerakapazität nicht mehr erreicht.
  • Faustregeln: Für große Kachelraster die niedrigere Stream-Qualität nutzen; H.265 erhöht die Rechenlast des Viewports; Rotation statt 16 gleichzeitiger Kacheln.
  • Für mehrere Wände in einer Leitwarte statt vieler Viewports eher PCs mit Browser oder die Protect-App verwenden und die Last auf leistungsfähige Rekorder (UNVR Pro, ENVR) verteilen.

Schritt 3: Benutzerrechte – wer sieht welche Kameras

Wer Aufnahmen ansehen darf, ist eine der wichtigsten Entscheidungen bei einer Videoüberwachung. UniFi unterscheidet Admins (Zugriff auf Anwendungen wie Protect) und Users (nutzen Dienste wie WLAN, VPN oder Türzugang, aber keine Verwaltungsoberfläche). Für den Zugriff auf Kamerabilder braucht eine Person deshalb ein Admin-Konto mit passend eingeschränkten Rechten.

Admin mit eingeschränkten Rechten anlegen

  1. Die Person braucht ein UI-Konto (account.ui.com) mit Zwei-Faktor-Anmeldung.
  2. Im Site Manager › People › New Admin.
  3. Standort(e) auswählen.
  4. Rechte pro Anwendung vergeben: für Protect z. B. Vollzugriff, View Only oder eine eigene Rolle mit ausgewählten Kameras; für UniFi Network in der Regel keine Rechte.
  5. Mit Site Specific lassen sich je Standort unterschiedliche Rechte setzen.
  6. Speichern.

Ist der Fernzugriff abgeschaltet, können lokale Admins direkt auf der Konsole angelegt werden. Bei mehreren Standorten mit UniFi Fabrics werden Rollen zentral definiert; die wirksamen Rechte ergeben sich dann aus der großzügigsten Kombination aller zugewiesenen Rollen, siehe UniFi: Mehrere Standorte mit dem Site Manager verwalten.

Rollenkonzept für Unternehmen

Rolle Rechte in Protect Beispiel
IT-Administration Vollzugriff (Super Admin) 2 benannte Personen, nur persönliche Konten
Sicherheitsdienst / Pforte Live und Wiedergabe der zuständigen Kameras, Export nur nach Freigabe Werkschutz, Hausmeister
Empfang nur Live, nur Eingangskameras – oft reicht ein Viewport ohne eigenes Konto Empfangsmitarbeiter
Geschäftsleitung / Datenschutz Wiedergabe und Export im Vorfall, Protokolle einsehen nach Vier-Augen-Prinzip
  • Owner und Super Admin haben dieselben Möglichkeiten wie der Eigentümer (Backup-Wiederherstellung, SSH) – sparsam vergeben.
  • View Only bedeutet in Protect: alle Kameras ansehen, nichts ändern. Für „nur bestimmte Kameras“ ist eine eingeschränkte Rolle nötig.
  • Keine Sammelkonten – sonst lässt sich nicht nachvollziehen, wer Aufnahmen angesehen oder exportiert hat.
  • Export-Vorgänge über den Alarm Manager melden lassen, siehe UniFi Protect: Alarme und Benachrichtigungen.
  • Rechte bei Austritt oder Wechsel der Aufgabe sofort entziehen und die Liste jährlich prüfen.

Hinweise

  • Viewport ohne Anmeldung: Wer vor dem Monitor steht, sieht die Liveview ohne Konto. Monitore mit sensiblen Kameras daher nur in abgeschlossenen oder nicht einsehbaren Räumen betreiben.
  • Viewport nicht im Gäste- oder Büronetz betreiben, sondern im Kamera-VLAN.
  • Für den Zugriff mehrerer Standorte in einer Oberfläche siehe UniFi Protect: Mehrere Rekorder mit Vantage Point.
  • Bei Planung von Leitständen, Monitorwänden und Berechtigungskonzepten unterstützen Sie die Managed Services von m.a.x. it.

Siehe auch

Links und Quellen


Über m.a.x. it Die m.a.x. Informationstechnologie AG ist seit über 30 Jahren IT-Partner mittelständischer und großer Unternehmen in München und bietet maßgeschneiderte Lösungen und Services in den Bereichen Cloud, Cybersecurity, Netzwerk, Windows, Linux und Softwareentwicklung. Sie haben eine Frage zu diesem Artikel oder brauchen Unterstützung? Kontakt aufnehmen