UniFi Connect: Ladestationen für Elektroautos im Unternehmen
Auf einen Blick
| Gilt für | UniFi Connect 3.x; EV Station Lite (EU, 22 kW, dreiphasig), EV Station, EV Station Pro |
|---|---|
| Bereich | Netzwerk-Hardware |
| Dauer | Einrichtung in Connect ca. 30 Minuten; Planung und Elektroinstallation deutlich länger |
| Rechte | Owner, Super Admin oder Admin mit Rechten für Connect; Elektrofachbetrieb für Installation und Anmeldung |
| Stand | Oktober 2026 |
Ladestationen für Elektroautos mit UniFi Connect – die EV Stations – verbinden eine Wallbox mit Bildschirm, Zugangskontrolle, Lastmanagement und zeitgesteuerten Regeln in der gleichen Oberfläche wie Netzwerk und Kameras. Für Unternehmen in Deutschland ist die Technik aber nur ein Teil: Anmeldung beim Netzbetreiber, Elektroinstallation, steuerliche Behandlung des Ladestroms und das Mess- und Eichrecht bei Abrechnung entscheiden, ob und wie die Station betrieben werden darf. Dieser Artikel zeigt die Einrichtung in Connect und die wichtigsten Rahmenbedingungen in Deutschland.

Modelle
- EV Station Lite – im EU-Shop von Ubiquiti als 22-kW-Ladestation mit drei Phasen für Typ-2-Fahrzeuge (zuletzt ausverkauft).
- EV Station und EV Station Pro – mit großem Bildschirm für Werbung; die Pro-Version unterstützt in den USA ein Kartenterminal zur Bezahlung.
- Die Ubiquiti-Hilfeartikel beschreiben teils US-Modelle (einphasig, Absicherung in Ampere nach US-Standard). Für die EU-Version die technischen Daten und die Installationsanleitung des konkreten Geräts verwenden.
Schritt 1: Planung und Elektroinstallation
Bevor die Station in Connect auftaucht, sind in Deutschland diese Punkte zu klären:
| Thema | Was gilt (vereinfacht) |
|---|---|
| Netzbetreiber | Ladeeinrichtungen sind nach § 19 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) beim Netzbetreiber anzumelden; über 12 kVA Gesamtleistung ist eine Genehmigung nötig. Eine 22-kW-Station ist damit genehmigungspflichtig. |
| Steuerbarkeit | Ladeeinrichtungen über 4,2 kW gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG; der Netzbetreiber darf die Leistung bei Engpässen begrenzen, dafür sinken die Netzentgelte. Die technische Anbindung mit Netzbetreiber und Elektriker klären. |
| Installation | nur durch einen beim Netzbetreiber eingetragenen Elektrofachbetrieb: Leitungsquerschnitt, Leitungsschutz, Fehlerstromschutz nach Herstellerangabe, Lastberechnung für den Hausanschluss |
| Leistung begrenzen | Wer keine 22 kW braucht, kann die Ladeleistung in Connect begrenzen (z. B. 16 A ≈ 11 kW). Ob der Netzbetreiber eine solche Begrenzung für die Anmeldung anerkennt, vorher klären. |
Schritt 2: Station übernehmen
- Kabel: Sicherung aus, Station per Netzwerkkabel mit dem Netz der Konsole verbinden, Sicherung ein, in Connect (Site Manager oder App) übernehmen.
- WLAN: Station in Reichweite eines UniFi-Access-Points, in UniFi Network Settings › System › Advanced › New Device Auto-Link aktiv, dann übernehmen. (WLAN ab Firmware 1.0.262; ältere Geräte zuerst per Kabel aktualisieren.)
- Andere Standorte: Fernübernahme über Layer 3, siehe UniFi Connect: Netzwerk, Sicherheit und Datenschutz.
Für Ladestationen auf dem Parkplatz ist eine Kabelverbindung zuverlässiger als WLAN.
Schritt 3: Wer darf laden?
Ab Werk steht eine EV Station auf Open – jeder kann laden. Unter Station Security:
| Modus | Funktionsweise | Einsatz |
|---|---|---|
| Open | jeder lädt | nur auf abgeschlossenem Gelände |
| UniFi Identity | Freischaltung per UniFi-Identity-App oder zugewiesener NFC-Karte; Stationen werden Personen zugewiesen | Beschäftigte, Dienstwagen |
| QR Code | zeitlich begrenzter QR-Code, vor die Kamera der Station halten | Besucher, einmaliges Laden |
| Card / Contactless Payment | Kartenzahlung mit Terminal (nur EV Station Pro) | nur USA |
- Fallback Security: Verhalten, wenn Station keine Verbindung zur Konsole hat – Open (jeder darf) oder No Access (niemand). Für Unternehmen meist No Access, bei Dienstwagen, die zwingend laden müssen, ggf. Open.
- NFC-Karten werden über UniFi Access auf derselben Konsole registriert, siehe UniFi Access: Zugangsmittel – Karten, PIN, Smartphone und Gesicht.
Schritt 4: Ladeleistung und Lastmanagement
- Breaker Amperage: muss dem tatsächlich installierten Leitungsschutzschalter entsprechen – Wert vom Elektriker eintragen lassen.
- Maximum Output: zwischen 6 A und dem zulässigen Maximum frei wählbar.
- Lastmanagement-Gruppen (Seite Power Grid):
- Total Amps Available – was der Anschluss für alle Stationen der Gruppe sicher hergibt,
- Maximum Output Per Station – Obergrenze pro Station.
- Reicht der Strom für alle, lädt jede Station mit Maximum; sonst wird gleichmäßig verteilt (Beispiel: 100 A für 5 ladende Stationen = je 20 A).
- Gruppeneinstellungen überschreiben die Werte der einzelnen Stationen.
- Power Grid zeigt Stromfluss, aktuelle Leistung und die am stärksten genutzten Gruppen.
- Zeitsteuerung (nur nachts laden, tagsüber weniger Leistung) über Automationen, siehe UniFi Connect: Automationen und Zeitpläne.
Abrechnung, Steuern, Eichrecht
- Kostenloses Laden für Beschäftigte: Das Aufladen privater Elektrofahrzeuge an einer betrieblichen Ladeeinrichtung des Arbeitgebers ist nach § 3 Nr. 46 EStG steuerfrei (derzeit befristet bis Ende 2030). Details mit der Lohnbuchhaltung klären.
- Dienstwagen zu Hause: seit 2026 sind die geladenen kWh nachzuweisen – Pauschalen entfallen (BMF-Schreiben vom 11.11.2025). Das betrifft vor allem Wallboxen zu Hause, nicht die Firmenstation.
- Abrechnung an Dritte nach kWh (Besucher, Mieter, Kunden): Die Abrechnung von Ladevorgängen unterliegt dem Mess- und Eichrecht; nach kWh darf nur mit einer eichrechtskonformen Ladeeinrichtung abgerechnet werden. Ubiquiti nennt für die EV Stations keine solche Konformitätsbescheinigung – eine kWh-Abrechnung an Dritte daher vorher mit der Landeseichbehörde bzw. einem Fachbetrieb klären. Unkritisch ist kostenloses Laden.
- Öffentlich zugängliche Ladepunkte unterliegen zusätzlich der Ladesäulenverordnung (u. a. Anzeige bei der Bundesnetzagentur, Anforderungen an Bezahlmöglichkeiten). Ein Firmenparkplatz nur für Beschäftigte ist in der Regel nicht öffentlich zugänglich.
Bildschirm der Ladestation
EV Station und EV Station Pro zeigen im Ruhezustand Bilder oder Videos (empfohlen 800 × 1280 Pixel, Format 10:16): Medium oder Playlist in den Geräteeinstellungen zuweisen, Play When Inactive For 30 s bis 5 min. Siehe UniFi Connect: Digital Signage mit Display Cast und Connect Display.
Fehlercodes
| Code | Bedeutung | Maßnahme |
|---|---|---|
| E00 | Neustart nötig | Station stromlos machen und neu starten |
| E01/E02 | keine Verbindung zum Fahrzeug | Stecker ziehen und neu stecken |
| E03 | unsicherer Strompfad | Stecker ziehen, neu starten; Elektriker auf Wasserschäden prüfen lassen |
| E04 | Schutzleiterproblem | Erdung durch Elektriker prüfen lassen |
| E05 | Überhitzung | Elektriker: Querschnitt und Klemmen-Anzugsmoment prüfen |
| E07 | Überstrom vom Fahrzeug | Ladestrom im Fahrzeug senken, Fahrzeughersteller kontaktieren |
| E08/E11 | Über-/Unterspannung | Versorgungsspannung durch Elektriker messen lassen |
| E10 | Fehler beim Test der Fehlerstromerkennung | Ubiquiti-Support |
| E06, E09, E12 | interne Fehler | Stecker ziehen, neu starten; bei Wiederholung Support |
Ubiquiti nennt in den Fehlertexten 200–240 V; das bezieht sich auf die einphasige US-Version. Arbeiten an der Station nur durch eine Elektrofachkraft.
Hinweise
- Förderprogramme für betriebliche Ladeinfrastruktur wechseln häufig – vor der Bestellung prüfen, ob Fördervoraussetzungen (z. B. bestimmte Mess- oder Steuerfunktionen) mit der UniFi-Station erfüllt sind.
- Keine Rechts- oder Steuerberatung: Dieser Artikel gibt einen Überblick; Einzelheiten mit Elektrofachbetrieb, Netzbetreiber und Steuerberatung klären.
- Bei Planung der Ladeinfrastruktur, Netzanbindung und Integration in Ihre IT unterstützt Sie das IT-Consulting von m.a.x. it.
Siehe auch
- UniFi Connect – Überblick und alle Artikel der Reihe
- UniFi Connect: Automationen und Zeitpläne
- UniFi: Identity und UniFi Endpoint einrichten
Links und Quellen
Über m.a.x. it Die m.a.x. Informationstechnologie AG ist seit über 30 Jahren IT-Partner mittelständischer und großer Unternehmen in München und bietet maßgeschneiderte Lösungen und Services in den Bereichen Cloud, Cybersecurity, Netzwerk, Windows, Linux und Softwareentwicklung. Sie haben eine Frage zu diesem Artikel oder brauchen Unterstützung?
