UniFi: Switch-Ports und Port-Profile konfigurieren

Aus maxTechCorner

Auf einen Blick

Gilt fürUniFi-Switches (Lite, Standard, Pro, Pro Max, Pro XG, Enterprise) mit UniFi Network 10.x
BereichNetzwerk-Hardware
Dauerca. 30 Minuten
RechteAdministrator in UniFi Network
StandOktober 2026

UniFi-Switch-Ports konfigurieren erfolgt nicht per Kommandozeile, sondern im Port Manager von UniFi Network: Dort legt man für jeden Port fest, in welchem VLAN ein Gerät landet, welche VLANs getaggt durchgehen, ob PoE geliefert wird und welche Schutzfunktionen aktiv sind. Wiederkehrende Einstellungen fasst man in Port-Profilen zusammen. Dieser Artikel zeigt die wichtigsten Port-Einstellungen, Profile für typische Geräte, die Bündelung von Ports per LACP, Port-Spiegelung und die globalen Switch-Einstellungen.

Port-Konfiguration in UniFi: Im Port Manager erhalten Ports ein Ethernet-Port-Profil – Arbeitsplatz mit nativem Clients-VLAN und Voice-VLAN, Access Point mit Default nativ und allen VLANs getaggt, Drucker nur im Server-VLAN – dazu PoE, Storm Control und Loop Protection; zwei Uplinks werden per LACP zu einem Aggregat gebündelt.

Wo was eingestellt wird

Ebene Ort Beispiele
pro Port UniFi Devices › Switch › Ports › Port Manager Native VLAN, Tagged VLANs, PoE, Profil, Aggregation, Spiegelung
Port-Profile Settings › Profiles › Ethernet Ports Vorlagen für Arbeitsplatz, AP, Drucker, Kamera
pro Switch UniFi Devices › Switch › Settings IP-Adresse, Management-VLAN (Network Override), STP-Priorität, SNMP-Standort
global Settings › Networks (Global Switch Settings) Spanning Tree, DHCP Guarding, Jumbo Frames, Flow Control, 802.1X

Port-Einstellungen

Einstellung Bedeutung
State Active, Disabled (abgeschaltet), Restricted (nur erlaubte MAC-Adressen) oder ProAV (QoS für AV-Geräte)
Native VLAN / Network Netz für ungetaggten Verkehr
Tagged VLAN Management Allow All, Block All oder Custom
PoE Stromversorgung an/aus; abschalten startet z. B. ein hängendes Telefon neu (Power Cycle)
Operation Switching (Standard), Mirroring oder Aggregate
Link Speed Standard Autonegotiation; nur bei Problemen fest einstellen
Port Isolation Port kann nicht mit anderen Ports desselben Switches sprechen, auch im gleichen VLAN
Storm Control begrenzt Broadcast-, Multicast- und Unicast-Flut in Paketen pro Sekunde
Loop Protection schaltet den Port bei einer erkannten Schleife ab
Spanning Tree / STP Edge / BPDU Guard siehe UniFi: Spanning Tree und Loop-Schutz
Egress Rate Limit begrenzt die ausgehende Bandbreite
LLDP-MED und Voice VLAN Telefone erhalten per LLDP-MED das Sprach-VLAN; ein PC am Telefon bleibt im nativen VLAN

Schritt 1: Port-Profile anlegen

Unter Settings › Profiles › Ethernet Ports › Create New für jede Geräteart ein Profil anlegen:

Profil Native VLAN Tagged VLANs weitere Einstellungen
Arbeitsplatz Clients (10) Block All Voice VLAN = VoIP (20), STP Edge, BPDU Guard, Loop Protection, Storm Control
Access Point Default (1) Allow All PoE an
Drucker Server (30) Block All Loop Protection
IoT IoT (40) Block All Port Isolation
Uplink Default (1) Allow All kein BPDU Guard, kein STP Edge

Im Port Manager wählt man dann bei jedem Port nur noch das Profil. Änderungen am Profil wirken sofort auf alle Ports, die es nutzen – auch auf allen Switches der Site.


WarnungAm Uplink eines Access Points darf das native VLAN nicht das VLAN einer seiner SSIDs sein (Ausnahme: VLAN 1). Sonst bekommen WLAN-Clients dieser SSID keine Adresse.

Schritt 2: Ports zuweisen

  1. UniFi Devices › Switch › Ports – mehrere Ports lassen sich mit Umschalt- bzw. Strg-Taste markieren.
  2. Im Port Manager das Ethernet Port Profile bzw. Native/Tagged VLAN setzen.
  3. Ungenutzte Ports auf Disabled stellen oder einem Netz ohne Rechte zuordnen.
  4. Apply Changes. Der Switch übernimmt die Änderung in wenigen Sekunden; der Port kann kurz neu verbinden.

Schritt 3: Ports bündeln (Link Aggregation)

Zwei oder mehr Leitungen zwischen Switches oder zu einem Server werden per LACP (802.3ad) zu einer logischen Verbindung gebündelt – mehr Bandbreite bei vielen gleichzeitigen Verbindungen und Ausfallsicherheit.

  1. Erst am weiter entfernten Switch konfigurieren, dann in Richtung Gateway arbeiten – sonst sperrt man sich aus.
  2. Im Port Manager den ersten Port auswählen, Operation = Aggregate und die Ports des Bündels wählen.
  3. Gegenstelle ebenfalls als LACP-Bündel einrichten, dann beide Kabel stecken.
  • Unterstützt wird nur LACP, kein statisches Bündel.
  • Nicht möglich bei USW Flex, Flex Mini und Ultra; Gateways nur bei EFG, UDM Pro, UDM SE, UDM Pro Max und weiteren großen Modellen.
  • Ältere Dokumentation verlangt aufeinanderfolgende Port-Nummern; aktuelle Versionen erlauben auch nicht benachbarte Ports. Im Zweifel benachbarte Ports nehmen.
  • Bündel über zwei Switches hinweg (MC-LAG) gibt es nur bei ausgewählten Enterprise- und ECS-Modellen.

Port spiegeln

Für die Fehlersuche mit Wireshark: Operation = Mirroring am Analyse-Port und den zu beobachtenden Port als Quelle wählen. Danach wieder auf Switching stellen.

MAC-Adressen beschränken

Für einzelne feste Geräte: State Restricted bzw. Restricted by MAC ID und die erlaubten MAC-Adressen eintragen. Bei vielen Geräten ist RADIUS-basierte MAC-Authentifizierung (802.1X/MAB) besser zu pflegen: RADIUS-Profil unter Settings › Networks › RADIUS Servers, dann 802.1X Control global aktivieren und im Port-Profil MAC-based wählen.

Globale Switch-Einstellungen

  • Spanning Tree: RSTP, ab Werk an – eingeschaltet lassen.
  • DHCP Guarding (Rogue DHCP Server Detection): blockiert fremde DHCP-Server; ab Werk an.
  • Jumbo Frames: nur, wenn alle Geräte auf dem Weg sie beherrschen (z. B. Speichernetz).
  • Flow Control: hilft bei gemischten Geschwindigkeiten (1G/10G); bei Bedarf.
  • 802.1X Control: Portauthentifizierung per RADIUS.

Pro Switch lassen sich diese Werte unter Settings › Override Global Switch Settings abweichend setzen.

Management-Adresse und -VLAN

Unter UniFi Devices › Switch › Settings › IP Settings kann die Verwaltungsadresse fest vergeben werden; Network Override legt ein anderes Management-VLAN fest. Dieses VLAN muss auf allen Ports bis zum Gateway erlaubt sein – ein Fehler macht den Switch unerreichbar und erfordert im schlimmsten Fall einen Werksreset.

Hinweise

  • PoE-Budget: Die Summe der PoE-Leistung ist pro Modell begrenzt. Der Port Manager zeigt die aktuelle Leistungsaufnahme je Port.
  • Port Isolation und Fast Roaming vertragen sich laut Ubiquiti schlecht – an AP-Ports keine Port Isolation verwenden.
  • Dokumentation: Port-Namen (z. B. „Raum 2.14 Dose 3“) im Port Manager pflegen; sie erscheinen in Topologie und Client-Liste.
  • Bei Planung, Konfiguration und Betrieb Ihrer Switches unterstützen Sie die Managed Services von m.a.x. it.

Siehe auch

Links und Quellen


Über m.a.x. it Die m.a.x. Informationstechnologie AG ist seit über 30 Jahren IT-Partner mittelständischer und großer Unternehmen in München und bietet maßgeschneiderte Lösungen und Services in den Bereichen Cloud, Cybersecurity, Netzwerk, Windows, Linux und Softwareentwicklung. Sie haben eine Frage zu diesem Artikel oder brauchen Unterstützung? Kontakt aufnehmen