UniFi Talk: Telefone, Benutzer und Gruppen

Aus maxTechCorner

Auf einen Blick

Gilt fürUniFi Talk 3.x/4.x; G3 Touch Pro, G3 Touch Enterprise, G3 Touch Wall, G2 Touch, Touch Max, Flex
BereichNetzwerk-Hardware
Dauerca. 10 Minuten pro Telefon, Gruppen ca. 30 Minuten
RechteOwner, Super Admin oder Admin mit Rechten für Talk
StandOktober 2026

Telefone, Benutzer und Gruppen in UniFi Talk bilden das Grundgerüst der Telefonanlage: Jedes Telefon wird übernommen und einer Person zugeordnet, Personen erhalten Nebenstelle und Durchwahl, und Gruppen verteilen Anrufe auf Sammelnummern wie Zentrale oder Vertrieb. Dieser Artikel stellt die Telefonmodelle vor, zeigt das Netz für Telefone, die Zuordnung, Gruppen, Statusanzeige, Durchsagen und die Anbindung von Telefonen im Home-Office.

Telefone und Gruppen in UniFi Talk: PoE-Telefone im Sprach-VLAN übernehmen, Personen zuweisen, Nebenstelle und Durchwahl vergeben; Talk-Gruppen klingeln gleichzeitig oder nacheinander; Statusanzeige grün verfügbar, rot nicht stören, violett umgeleitet, orange im Gespräch; Durchsage an Gruppen mit *0*; Home-Office über Teleport-VPN per QR-Code.

Telefonmodelle

Modell Bauform Besonderheiten
G3 Touch Pro Tischtelefon, 5-Zoll-Touchscreen Kamera für Videoanrufe, Bluetooth; auch an Fremdanlagen nutzbar
G3 Touch Enterprise Tischtelefon mit großem Touchscreen für Empfang und Führungskräfte; auch an Fremdanlagen nutzbar
G3 Touch Wall Wandgerät, 7-Zoll-Touchscreen Kamera mit Sichtschutzklappe, NFC, PoE oder USB-C; für Flure, Lager, Besprechungsräume
G3 Wireless Handset schnurloser Hörer (Bluetooth) Zubehör für G3 Touch Pro, Touch Enterprise und Touch Wall
G2 Touch / Touch Max Tischtelefon mit Touchscreen ältere Generation, nur mit UniFi Talk
Flex Tastentelefon mit Display Soft-Keys für Konferenz, Weiterleitung, Nicht stören

Nur die dritte Generation (G3) lässt sich zusätzlich an fremden Telefonanlagen betreiben, siehe UniFi Talk: Talk Relay und fremde Telefonanlagen. Für Deutschland die entsperrten Varianten kaufen.

Netz für Telefone

  • PoE: Telefone werden per PoE versorgt; PoE-Budget der Switches mit Reserve planen und Switches an eine USV hängen, damit bei Stromausfall telefoniert werden kann.
  • Sprach-VLAN: Telefone in ein eigenes VLAN, siehe UniFi: VLANs einrichten. Die Telefone müssen die Konsole erreichen und nach außen u. a. fw-update.ubnt.com, fw-download.ubnt.com, trunking.svc.ui.com (TCP 443), arbiter.svc.ui.com (TCP 3411) und NTP (UDP 123) – ein zu streng abgeschottetes VLAN verhindert Adoption und Updates.
  • QoS: Sprachpakete priorisieren, vor allem bei knapper Upload-Bandbreite, siehe UniFi: QoS und Bandbreitensteuerung einrichten.
  • PC hinter dem Telefon: Viele Talk-Telefone haben einen zweiten Netzwerkport; dafür am Switch-Port Sprach- und Daten-VLAN passend einstellen, siehe UniFi: Switch-Ports und Port-Profile konfigurieren.

Schritt 1: Telefone übernehmen

  1. Telefon an einen PoE-Port im Sprach-VLAN anschließen.
  2. In Talk › Devices das Telefon auswählen und Adopt klicken.
  3. Firmware aktualisieren lassen.

Schritt 2: Benutzer anlegen und zuweisen

  1. Personen in UniFi anlegen (Site Manager › People bzw. über UniFi Fabrics oder einen Identitätsanbieter), siehe UniFi: Identity und UniFi Endpoint einrichten.
  2. Talk › Assignments › Devices › Telefon › Assign Device › Person wählen – oder umgekehrt beim Benutzer unter Settings › Manage › Assigned Device.
  3. Beim Benutzer unter Manage die Rufnummer (Durchwahl) und die interne Nebenstelle festlegen.

Ohne Rufnummer kann eine Person nur intern telefonieren – sinnvoll z. B. für Lager- oder Flurtelefone.

Nummernplan festlegen

Vor der Einrichtung einen Nummernplan erstellen: z. B. Nebenstellen = letzte zwei oder drei Ziffern der Durchwahl, 10–19 Geschäftsleitung, 20–39 Vertrieb, 40–59 Service, 90er-Bereich für Gruppen. Das erleichtert Weiterleitungen und Sprachmenüs.

Schritt 3: Talk-Gruppen

Talk › Assignments › Users › Add Group

  1. Name, optional Rufnummer und interne Nebenstelle.
  2. Simultaneous (alle klingeln gleichzeitig) oder Sequential (nacheinander in festgelegter Reihenfolge).
  3. Mitglieder hinzufügen, optional Freiton/Ansage für Anrufer.
  4. Voicemail der Gruppe einrichten, siehe UniFi Talk: Smart Attendant, Rufumleitung und Voicemail.

Talk-Gruppen sind nicht dasselbe wie Benutzergruppen in UniFi.

Gruppe Modus Einsatz
Zentrale gleichzeitig Empfang + Assistenz
Vertrieb gleichzeitig alle Vertriebsplätze
Service nacheinander erster Ansprechpartner, dann Vertretung
Bereitschaft nacheinander Diensthandy über Weiterleitung als letztes Mitglied

Status, Weiterleitung, Nicht stören

  • Am Touch-Telefon: App-Taste › Settings › My Status: Available, Redirect (Weiterleitung an eine Nummer) oder Do Not Disturb (direkt zur Voicemail).
  • Am Flex: Soft-Key DND bzw. MENU › Settings › Call Forward.
  • Statusanzeige (BLF) auf Touch-Telefonen und in der Talk-Oberfläche: grün = verfügbar, rot = nicht stören, violett = umgeleitet, orange = im Gespräch. Keine Einrichtung nötig. G3-Telefone zeigen den eigenen Status zusätzlich per LED.

Telefonfunktionen im Alltag

  • Weiterverbinden: Add / Transfer – direkt (Cold Transfer) oder mit Rückfrage (Warm Transfer).
  • Konferenz: Add / Transfer › Add to Call.
  • Parken: Park – Kollegen aus dem Parkplatz übernehmen das Gespräch.
  • Intercom: interne Durchsage an eine Person, wird automatisch stummgeschaltet angenommen; Admins können Intercom-Anrufe abschalten.
  • Videoanruf zwischen Touch-Telefonen derselben Anlage.
  • Durchsage (Paging) an eine Gruppe: in den Kontakten Gruppe lange drücken › Page, oder *0* + Gruppen-Nebenstelle. Voraussetzung: beim Benutzer Outbound Paging aktiviert (Talk 3.5, G3-Firmware 3.17.17 oder neuer).

Home-Office: Telefon über Teleport

Touch-Telefone lassen sich über das Teleport-VPN eines UniFi-Gateways von zu Hause betreiben:

  1. In UniFi Network Settings › VPN › Teleport aktivieren.
  2. In Talk beim Benutzer Settings › Teleport › Send Invite.
  3. Am Telefon Settings › Work Remotely und den QR-Code aus der Einladungs-E-Mail mit der Telefonkamera scannen.
  4. Das Telefon erscheint unter Assignments › Devices und wird zugewiesen.

Siehe auch UniFi: VPN für den Fernzugriff einrichten.

Hinweise

  • Kein DECT: Für schnurlose Telefone in Lager oder Werkstatt gibt es keine Talk-DECT-Basis. Der G3 Wireless Handset ist ein schnurloser Bluetooth-Hörer, der zu einem G3-Telefon gehört – praktisch, um am Schreibtisch frei zu sprechen, ersetzt aber kein DECT-System mit Reichweite im Gebäude. Alternative: G3 Touch Wall an festen Punkten oder eine separate DECT-Lösung an einer fremden Telefonanlage.
  • Geräte inventarisieren: Seriennummer, Benutzer und Standort dokumentieren.
  • Bei Rollout, Nummernplan und Schulung unterstützen Sie die Managed Services von m.a.x. it.

Siehe auch

Links und Quellen


Über m.a.x. it Die m.a.x. Informationstechnologie AG ist seit über 30 Jahren IT-Partner mittelständischer und großer Unternehmen in München und bietet maßgeschneiderte Lösungen und Services in den Bereichen Cloud, Cybersecurity, Netzwerk, Windows, Linux und Softwareentwicklung. Sie haben eine Frage zu diesem Artikel oder brauchen Unterstützung? Kontakt aufnehmen