Cisco Catalyst 2960-X: EtherChannel mit LACP konfigurieren

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Auf einen Blick

Gilt fürCisco Catalyst 2960-X/2960-XR mit IOS 15.2(7)E; LAN Base bis 24, LAN Lite bis 6 EtherChannels
BereichNetzwerk-Hardware
Dauerca. 20 Minuten
RechtePrivileged EXEC (enable) auf beiden Seiten
StandOktober 2026

Ein EtherChannel mit LACP auf dem Cisco Catalyst 2960-X bündelt mehrere physische Ports zu einer logischen Verbindung, dem Port-Channel. Alle Leitungen übertragen gleichzeitig Daten, und fällt eine aus, läuft der Verkehr ohne Unterbrechung über die übrigen weiter. Für Spanning Tree ist das Bündel nur ein Link, sodass keine Leitung blockiert wird. Typische Einsätze sind Uplinks zum Core-Switch, zur Firewall oder zu Virtualisierungs-Hosts.

EtherChannel mit LACP auf dem Catalyst 2960-X: Je ein Port von Stack-Mitglied 1 und 2 bilden den Port-Channel 1 zum Core-Switch bzw. zur Firewall; beide Leitungen sind aktiv, fällt ein Switch des Stacks aus, bleibt die Verbindung bestehen.

EtherChannel-Grundlagen

Modus Protokoll Verhalten Empfehlung
active LACP (IEEE 802.3ad) sendet aktiv LACP-Pakete Standard – auf beiden Seiten verwenden
passive LACP antwortet nur auf LACP nur, wenn die Gegenseite active ist
desirable / auto PAgP (Cisco-proprietär) Aushandlung nur zwischen Cisco-Geräten nicht für neue Installationen
on keines Bündel ohne Aushandlung vermeiden – Fehlkonfiguration führt zu Schleifen

LACP prüft, ob beide Enden wirklich zusammengehören, und nimmt falsch gesteckte Ports aus dem Bündel. Deshalb ist active auf beiden Seiten der Standard. Allgemeines zum Verfahren: Link Aggregation.

Grenzen auf dem 2960-X

  • LAN Base: bis zu 24 EtherChannels (Port-Channel 1–24), LAN Lite: bis zu 6.
  • LACP: bis zu 16 Ports je Bündel, davon 8 aktiv und 8 in Bereitschaft; PAgP: bis zu 8 Ports.
  • Cross-Stack-EtherChannel: Ports verschiedener Stack-Mitglieder lassen sich bündeln – aber nur mit LACP oder on, nicht mit PAgP.

Voraussetzungen

Alle Ports eines Bündels müssen gleich konfiguriert sein:

  • gleiche Geschwindigkeit und Duplex (also z. B. nur 10G-Ports),
  • gleicher Modus: alle Access im selben VLAN oder alle Trunk mit denselben erlaubten VLANs und derselben Native VLAN,
  • jeder Port gehört nur zu einem Bündel.

Die Gegenseite – Switch, Firewall oder Server – muss ebenfalls LACP sprechen.

Schritt 1: Ports vorbereiten und bündeln

Beispiel: Uplink aus je einem 10G-Port der Stack-Mitglieder 1 und 2 zum Core-Switch. Die Ports zuerst auf Werkseinstellung setzen, damit keine abweichenden Reste stören:

SW-EG-01# configure terminal
SW-EG-01(config)# default interface range te1/0/1, te2/0/1
SW-EG-01(config)# interface range te1/0/1, te2/0/1
SW-EG-01(config-if-range)# description Uplink CORE-01 (Po1)
SW-EG-01(config-if-range)# switchport mode trunk
SW-EG-01(config-if-range)# channel-group 1 mode active
SW-EG-01(config-if-range)# exit

channel-group 1 legt dabei automatisch die logische Schnittstelle Port-channel1 an.

Schritt 2: Port-Channel konfigurieren

Die Trunk-Einstellungen gehören an den Port-Channel; der Switch überträgt sie auf die Mitglieder:

SW-EG-01(config)# interface port-channel 1
SW-EG-01(config-if)# description Uplink CORE-01
SW-EG-01(config-if)# switchport mode trunk
SW-EG-01(config-if)# switchport nonegotiate
SW-EG-01(config-if)# switchport trunk native vlan 998
SW-EG-01(config-if)# switchport trunk allowed vlan 10,20,40,50,99
SW-EG-01(config-if)# end
SW-EG-01# write memory

Die Bedeutung von Native VLAN und Allowed VLANs erklärt Cisco Catalyst 2960-X: Trunk-Ports (802.1Q) konfigurieren. Später geänderte VLAN-Listen immer am Port-Channel einstellen, nicht an einzelnen Mitgliedern.


WarnungEinen bestehenden Einzel-Uplink, über den Sie per SSH verbunden sind, nicht ohne Vorkehrung umbauen: Bis beide Seiten das Bündel ausgehandelt haben, ist der Switch kurz nicht erreichbar. Vorher reload in 10 setzen oder über einen zweiten Weg (Konsole, anderer Uplink) arbeiten.

Schritt 3: Lastverteilung einstellen

Der Switch verteilt die Datenströme anhand eines Hash-Werts auf die Leitungen. Standard ist src-mac – bei einem Uplink zum Router, über den fast alles an dieselbe Gateway-MAC geht, verteilt das schlecht. Besser:

SW-EG-01(config)# port-channel load-balance src-dst-ip
SW-EG-01(config)# do show etherchannel load-balance

Die Einstellung gilt global für alle Bündel des Switches bzw. Stacks. Eine einzelne Verbindung (z. B. eine Dateiübertragung) nutzt immer nur eine Leitung; den Gewinn bringen viele parallele Verbindungen.

Schritt 4 (optional): Feinabstimmung

SW-EG-01(config)# interface range te1/0/1, te2/0/1
SW-EG-01(config-if-range)# lacp rate fast
SW-EG-01(config-if-range)# exit
SW-EG-01(config)# interface port-channel 1
SW-EG-01(config-if)# port-channel min-links 2
  • lacp rate fast: LACP-Pakete jede Sekunde statt alle 30 Sekunden – ein defektes Bündelmitglied wird schneller erkannt. Die Gegenseite sollte dieselbe Einstellung haben.
  • port-channel min-links 2: Das Bündel geht erst mit mindestens zwei aktiven Leitungen in Betrieb – sinnvoll, wenn ein zweiter, redundanter Weg existiert und eine einzelne Leitung zu wenig Bandbreite hätte.

Die Gegenseite

Gegenstelle Einstellung
Cisco-Switch (IOS/IOS XE) gleiche Konfiguration: channel-group <n> mode active, Trunk am Port-Channel
OPNsense LAGG mit Protokoll lacp, siehe LAGG und LACP auf der OPNsense
Proxmox / Linux Bond im Modus 802.3ad (LACP), Hash-Policy z. B. layer3+4
Windows Server NIC-Teaming LACP bzw. bei SET (Hyper-V) kein LACP – dort Switch-Ports einzeln betreiben

Kontrolle

show etherchannel summary          ! Bündel und Mitglieder mit Status-Flags
show lacp neighbor                 ! LACP-Partner je Port
show interfaces port-channel 1     ! Bandbreite, Fehlerzähler
show etherchannel load-balance     ! aktive Hash-Methode

In show etherchannel summary muss der Port-Channel (SU) zeigen (Layer 2, in use) und jedes Mitglied (P) (gebündelt). Die wichtigsten anderen Flags:

Flag Bedeutung Typische Ursache
(I) stand-alone, nicht im Bündel Gegenseite spricht kein LACP
(s) suspended Konfiguration des Ports weicht ab (VLAN, Speed)
(D) down Kabel, SFP oder Gegenseite
(H) hot-standby mehr als 8 Ports im LACP-Bündel; Port wartet als Reserve

Typische Probleme

  • Ports gehen in err-disabled mit „channel-misconfig“: Die Gegenseite bündelt (z. B. mit on), diese Seite nicht. Spanning Tree erkennt das und sperrt die Ports, um eine Schleife zu verhindern. Beide Seiten gleich konfigurieren, dann shutdown/no shutdown am Port-Channel.
  • Ein Mitglied bleibt suspended: Mit show running-config interface te2/0/1 nach Abweichungen suchen; einfachste Lösung: default interface und erneut channel-group.
  • Nur eine Leitung ausgelastet: Lastverteilung prüfen (Schritt 3); bei wenigen großen Datenströmen ist das normal.

Hinweise

  • Stack-übergreifend bündeln: Die Mitglieder eines Bündels auf verschiedene Stack-Switches verteilen – dann übersteht die Verbindung auch den Ausfall eines ganzen Switches.
  • Spanning Tree bleibt aktiv: Er sieht den Port-Channel als einen Link. Die Grundkonfiguration zeigt Cisco Catalyst 2960-X: Spanning Tree (Rapid PVST+) konfigurieren.
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Siehe auch

Links und Quellen


Über m.a.x. it Die m.a.x. Informationstechnologie AG ist seit über 30 Jahren IT-Partner mittelständischer und großer Unternehmen in München und bietet maßgeschneiderte Lösungen und Services in den Bereichen Cloud, Cybersecurity, Netzwerk, Windows, Linux und Softwareentwicklung. Sie haben eine Frage zu diesem Artikel oder brauchen Unterstützung? Kontakt aufnehmen