Ubiquiti UniFi

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Auf einen Blick

Gilt fürUbiquiti UniFi: Cloud Gateways, UniFi-Switches und Access Points mit UniFi OS und UniFi Network 10.x
BereichNetzwerk-Hardware
Dauerca. 10 Minuten Lesezeit
Rechte–
StandOktober 2026

Ubiquiti UniFi ist eine Produktfamilie für Unternehmens- und Heimnetze, bei der Firewall, Switches und WLAN-Access-Points nicht einzeln, sondern zentral über eine gemeinsame Oberfläche verwaltet werden: die Anwendung UniFi Network. Sie läuft meist direkt auf einem UniFi Cloud Gateway, das zugleich Router und Firewall ist. Diese Seite erklärt, wie UniFi aufgebaut ist, welche Geräteklassen es gibt, was bei der Planung zu beachten ist, und führt durch alle Artikel der UniFi-Reihe mit Schwerpunkt Switches, WLAN und Firewall.

Aufbau eines UniFi-Netzes: Das Cloud Gateway mit UniFi OS und UniFi Network ist Firewall und Verwaltungszentrale; daran hängen UniFi-Switches und Access Points, die per Adoption übernommen und zentral konfiguriert werden. Optional erfolgt der Fernzugriff über den Site Manager unter unifi.ui.com, ohne eingehende Ports.

Wie UniFi aufgebaut ist

Baustein Aufgabe
UniFi OS Betriebssystem der UniFi-Konsolen (Cloud Gateways, CloudKey, NVR). Verwaltet Administratoren, Updates, Backups und die installierten Anwendungen.
UniFi Network Die Anwendung für Gateway, Switches und WLAN – früher informell „UniFi Controller“ genannt. Hier werden VLANs, Ports, SSIDs und Firewall-Regeln konfiguriert.
UniFi-Geräte Switches, Access Points und weitere Geräte. Sie werden einmal adoptiert (übernommen) und erhalten danach ihre Konfiguration ausschließlich von UniFi Network.
Site Manager Webportal unter unifi.ui.com für den Fernzugriff auf alle Standorte, ohne Lizenzkosten. Benötigt ein UI-Konto.
Weitere Anwendungen UniFi Protect (Kameras, eigene Reihe), Access (Zutritt), Talk (Telefonie), Connect – laufen auf denselben Konsolen.

Wichtig für Administratoren, die von Cisco oder HP kommen: Einstellungen werden nicht per Kommandozeile auf dem einzelnen Switch gemacht. Was lokal per SSH geändert wird, überschreibt UniFi Network bei der nächsten Bereitstellung. SSH dient nur der Fehlersuche und der Adoption in Sonderfällen.

Wo UniFi Network läuft

  • Cloud Gateway (empfohlen): Router, Firewall und UniFi Network in einem Gerät, mit automatischen Backups und Updates.
  • CloudKey: nur Verwaltung, für Netze mit Firewall eines anderen Herstellers (z. B. OPNsense oder Sophos).
  • Official UniFi Hosting oder UniFi OS Server (selbst betrieben): Verwaltung in der Cloud bzw. auf eigenem Server; Geräte werden dann per Layer-3-Adoption angebunden.
  • Standalone-Modus: einzelne Access Points ohne Verwaltung, per App eingerichtet – ohne nahtloses Roaming und nur für sehr kleine Installationen.

Geräteklassen im Überblick

Cloud Gateways

Bauform Beispiele (Stand 10/2026) Einsatz
kompakt UCG Ultra, UCG Max, UCG Fiber kleine Büros und Filialen; UCG Fiber mit 10G-Anschlüssen
mit WLAN UDR7, UX7 Home-Office und Kleinstandorte mit eingebautem Wi-Fi-7-Access-Point
19-Zoll UDM Pro, UDM SE, UDM Pro Max, Enterprise Fortress Gateway (EFG) Hauptstandorte, mehr Durchsatz für IDS/IPS, Festplatte für Protect

Für die Auswahl entscheidend sind der Durchsatz mit eingeschaltetem IDS/IPS (nicht der reine Routing-Durchsatz), die Zahl der zu verwaltenden Geräte, die Anschlüsse (SFP+, 2,5G) und die Frage, ob zusätzlich Kameras aufgezeichnet werden. Aktuelle Werte stehen in den technischen Daten unter techspecs.ui.com.

Switches

Familie Merkmale
Flex Mini, Flex, Ultra kleine Desktop- und Verteiler-Switches; keine Link Aggregation
Lite, Standard 8–48 Ports, teils PoE, für Arbeitsplätze
Pro, Pro Max, Pro XG Layer-3-Funktionen, mehr PoE-Budget, 2,5/10G-Ports, für Access und Verteilung
Enterprise, Aggregation, ECS 10/25G, Aggregation im Serverraum, Stacking und MC-LAG bei ausgewählten Modellen

Access Points

Aktuelle Geräte unterstützen Wi-Fi 7 mit 2,4, 5 und 6 GHz, z. B. U7 Lite, U7 Pro, U7 Pro Max, U7 Pro XG/XGS (10G-Uplink) und die Enterprise-Reihe E7. Für 6 GHz sind WPA3 und Protected Management Frames Pflicht – Details im WLAN-Artikel der Reihe.

Software-Stand

  • UniFi Network 10.6 (August 2026) ist die aktuelle offizielle Version. Neuere Funktionen der 10er-Reihe betreffen u. a. STP Edge und BPDU Guard an Switch-Ports sowie die Wiederherstellung nach Updates.
  • UniFi Network 11 ist im Oktober 2026 als Release Candidate verfügbar. Laut Vorabberichten setzt es UniFi OS 6 voraus, baut die Statistik-Datenbank neu auf (bisherige Statistiken gehen verloren) und unterstützt das alte Security Gateway (USG) nicht mehr. Für produktive Netze die offizielle Freigabe abwarten.
  • Die zonenbasierte Firewall gibt es seit UniFi Network 9.0; Netze mit alten Regeln werden beim Umstieg einmalig migriert.
  • Die Menüs sind englisch beschriftet; diese Reihe nennt sie im Original, z. B. Settings › Networks. Zwischen Versionen verschieben sich Menüpunkte gelegentlich.

Anleitungen dieser Reihe

Nr. Artikel Inhalt
1 UniFi: Cloud Gateway einrichten Ersteinrichtung, Konten und Besitzer, Fernzugriff, Updates, Backups, SSH
2 UniFi: Geräte adoptieren und zurücksetzen Adoption, Layer-3-Adoption mit set-inform, DHCP-Option 43, Werksreset, Gerätetausch
3 UniFi: VLANs einrichten Virtual Networks, Zuordnung zu Ports und SSIDs, Isolation, typische Fehler
4 UniFi: Switch-Ports und Port-Profile konfigurieren Port Manager, Native/Tagged VLAN, Profile, PoE, Link Aggregation (LACP), Voice VLAN
5 UniFi: Spanning Tree und Loop-Schutz RSTP-Prioritäten, STP Edge, BPDU Guard, Loop Protection, DHCP Guarding
6 UniFi: WLAN einrichten und optimieren SSIDs, WPA2/WPA3, 6 GHz, MLO, Kanalbreiten, Sendeleistung, Roaming
7 UniFi: Gäste-WLAN und Hotspot-Portal Isolation, Hotspot-Zone, Captive Portal, Voucher, Bandbreitenbegrenzung
8 UniFi: Zone-Based Firewall konfigurieren Zonen, Zonenmatrix, Richtlinien, eigene Zonen, Migration alter Regeln
9 UniFi: VPN für den Fernzugriff einrichten WireGuard, Teleport, OpenVPN, Split Tunneling, Firewall für VPN-Clients
10 UniFi: Standorte per Site-to-Site-VPN verbinden SD-WAN Hub-and-Spoke und Mesh, IPsec zu Fremd-Firewalls, Fehlersuche
11 UniFi: IDS/IPS und CyberSecure einrichten Intrusion Prevention, Fehlalarme, Inhalts- und Anwendungsfilter, CyberSecure-Abonnement
12 UniFi: 802.1X und RADIUS einrichten eingebauter oder externer RADIUS, WPA2/WPA3 Enterprise, 802.1X an Switch-Ports, MAC-Authentifizierung, VLAN-Zuweisung
13 UniFi: Portweiterleitung und NAT konfigurieren öffentliche IP und DynDNS, Portweiterleitung, Absicherung, Hairpin NAT, DNAT/SNAT
14 UniFi: Mehrere Standorte mit dem Site Manager verwalten Rollen, Firmenkonto als Besitzer, Fabrics, Identity Provider, Blueprints, Update Manager
15 UniFi: Syslog, SIEM und SNMP anbinden Log-Kategorien, CEF-Export, Wazuh, Alarm Manager, Traffic Flows/NetFlow, SNMP v3
16 UniFi: QoS und Bandbreitensteuerung einrichten QoS-Regeln am Gateway, Smart Queues, DSCP und Warteschlangen, WMM, Teams und VoIP
17 UniFi: Hochverfügbarkeit mit Shadow Mode und WAN-Failover Multi-WAN, 5G/LTE-Backup, Shadow Mode, MC-LAG, Umschalttests
18 UniFi: Updates und Firmware verwalten Release-Kanäle, automatische Updates, Update Manager, Pilotstandort, Fehlersuche
19 UniFi: Switch-ACLs einrichten Device Isolation, MAC- und IP-ACLs, Layer-3-Switches, Beispiele
20 UniFi: Identity und UniFi Endpoint einrichten Entra-ID-Anbindung, SCIM, Rollen, One-Click WiFi/VPN, Verteilung per MSI
21 UniFi: DNS-Einträge und lokale Hostnamen A/CNAME/SRV, Forward Domain für AD, lokale Hostnamen, Split DNS
22 UniFi: mDNS, AirPlay und Chromecast über VLANs mDNS-Proxy, Firewall-Freigabe, Multicast im WLAN, Sonos, Drucker
23 UniFi: Migration von anderen Herstellern Bestandsaufnahme, Funktionsabbildung, Varianten, Umstellung, Abnahme
24 UniFi: Fehlersuche-Leitfaden LED-Status, Geräte offline, Schleifen, WLAN, Internet, VPN, DNS, Support-Dateien
25 UniFi: WLAN messen mit WiFiman und WiFi Agent Signal-Richtwerte, Begehung, AirView, Environment, Maßnahmen

Stärken und Grenzen

  • Stärken: einheitliche Oberfläche für Firewall, Switches und WLAN; keine Lizenzkosten für Verwaltung und Fernzugriff; schnelle Inbetriebnahme; gute Übersicht über Topologie, Clients und Funkumgebung.
  • Grenzen: Konfiguration nur über UniFi Network, keine vollwertige CLI; Funktionen hängen von Versionen der Anwendung und der Firmware ab; häufige Updates mit gelegentlichen Fehlern; Fernzugriff und Cloud-Backups setzen ein UI-Konto voraus.
  • Für wen: kleine und mittlere Unternehmen, Filialnetze und Praxen. In großen Campusnetzen mit strengen Change-Prozessen oder besonderen Routing-Anforderungen sind klassische Enterprise-Switches wie die Cisco Catalyst 9200 oder eine dedizierte Firewall oft die bessere Wahl. Mischformen sind möglich: UniFi-Switches und -APs hinter einer OPNsense-Firewall, verwaltet über einen CloudKey. Den Umstieg beschreibt UniFi: Migration von anderen Herstellern.

Hinweise

  • Besitzerkonto: Für Firmen ein UI-Konto mit Funktionspostfach (z. B. it@firma.de) und Zwei-Faktor-Anmeldung als Besitzer anlegen, nicht das private Konto eines Mitarbeiters. Ohne den Besitzer lässt sich eine UniFi-Installation nur durch Zurücksetzen aller Geräte übernehmen.
  • Logs ins SIEM: Gateway-Logs lassen sich per Syslog an ein SIEM senden, siehe UniFi: Syslog, SIEM und SNMP anbinden.
  • Bei Planung, Geräteauswahl und Aufbau Ihres UniFi-Netzes unterstützt Sie das IT-Consulting von m.a.x. it.

Siehe auch

Links und Quellen


Über m.a.x. it Die m.a.x. Informationstechnologie AG ist seit über 30 Jahren IT-Partner mittelständischer und großer Unternehmen in München und bietet maßgeschneiderte Lösungen und Services in den Bereichen Cloud, Cybersecurity, Netzwerk, Windows, Linux und Softwareentwicklung. Sie haben eine Frage zu diesem Artikel oder brauchen Unterstützung? Kontakt aufnehmen